DER STANDARD-Bericht: "Strasser-Vorschlag: Asylverfahren in nur einem Tag abwickeln" - Erscheinungstag 3.10.2002

Harter Kurs bleibt - Rückführungen starten sofort

Wien (OTS) - Innenminister Ernst Strasser spricht sich im Gespräch mit dem Standard für verkürzte Asylverfahren aus, in denen binnen eines Tages ein negativer Bescheid ausgestellt wird, wenn offensichtlich keine Asylgründe vorliegen. Aufschiebende Wirkung soll es nicht mehr geben.

Bereits heute, Donnerstag, startet Strasser die Rückführung von Flüchtlingen, die keine Chance auf Asyl haben. Das gilt insbesondere für Kosovo-Albaner. Sie sollen auf den Flughafen gebracht und mit Flugtickets ausgestattet werden. Freiwillig, wie der Innenminister betont.

Strasser ist auch dagegen, obdachlose Flüchtlinge in Notquartieren unterzubringen. "Wir müssen ihnen signalisieren, dass sie nicht dableiben können. Niemandem ist geholfen, wenn er zwei Monate in einem Notquartier untergebracht ist. Dann haben wir binnen kurzer Zeit zehntausende Wirtschaftsflüchtlinge da. Wir würden eine Schleuse öffnen."

Strasser verweist auch darauf, dass die Zahl der Asylanträge in Österreich um 25 Prozent gestiegen, in Deutschland dagegen um 17 Prozent gesunken sei. Die heftige Kritik, die an ihm geäußert wird, weist er zurück: Uns ist weder mit realitätsfernen Träumereien noch mit ausländerfeindlichen Parolen geholfen."

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