Franz Bittner in der ZIB 3 am 1.10.02 zur Psychotherapie als Sachleistung

Wiener Modell kein Vorbild für Österreich

Wien (OTS) - Am 1.10.02 monierte Franz Bittner, Obmann der WGKK,
in der ZIB 3 zu Recht, dass die Ungleichbehandlung von pflichtversicherten LeistungsempfängerInnen im Bereich der Psychotherapie ein Unding wäre.

Manche Kassen, so führt er aus, wie die WGKK, böten "Psychotherapie auf Krankenschein" an, andere Kassen nicht. Psychotherapiebedürftige würden daher österreichweit unterschiedlich, also ungleich, behandelt.

Franz Bittner verschweigt, dass nur ein geringerer Teil der bei der WGGK pflichtversicherten Personen, die Psychotherapie als Krankenbehandlung erhalten, tatsächlich "auf Krankenschein" behandelt werden. Der überwiegende Teil der im Bereich der WGKK behandelten PatientInnen erhält - nach wie vor - lediglich einen minimalen Zuschuss zu den Kosten der Behandlung.

Die von Franz Bittner zu Recht kritisierte Ungleichbehandlung von PatientInnen wird im Bereich seiner eigenen Kasse praktiziert. Damit verletzt gerade die WGKK in ihrem eigenen Bereich das Grundrecht der bei ihr pflichtversicherten Personen auf Gleichbehandlung.

Genau deswegen hat ein betroffener Patient, vertreten durch die Rechtsanwältin Maga. Eva Plaz, vor einem Jahr eine Klage gegen die WGKK, gerichtet auf Gleichbehandlung mit anderen PatientInnen, eingebracht. Das Verfahren ist in zweiter Instanz anhängig und wird damit gerechnet, dass es vom Gericht dem Verfassungsgerichtshof zur Prüfung der Grundrechtsverletzung vorgelegt werden wird.

Dieses Verfahren wird, um es überhaupt möglich zu machen, vom ÖBVP, dem österreichischen Bundesverband für Psychotherapie als österreichweite Berufsvereinigung der PsychotherapeutInnen, finanziert.

Dieses Verfahren wäre nicht nötig, wenn die WGKK zumindest in ihrem eigenen Wirkungsbereich für eine Gleichbehandlung der bei ihr pflichtversicherten Personen Sorge tragen würde, oder aber, wenn der Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger endlich den seit 10 Jahren bestehenden Auftrag des Parlaments, einen Gesamtvertrag im Bereich der Psychotherapie abzuschließen, nachgekommen wäre.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Eva Mückstein, für Kassenfragen zuständige
Vizepräsidentin des ÖBVP, Tel.: 0676/6004676 oder
Mag. Eva Plaz, im Verfahren vertretende Rechtsanwältin,
Tel.: 0664/3222559

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