Preisverleihung des "Fit for Future Award 2002"

WKÖ und IBW verleihen zum dritten Mal den begehrten Preis an lehrlingsausbildende Unternehmen

Wien (PWK693) - Kreative und innovative Konzepte im Bereich der Lehrlingsausbildung tragen wesentlich zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich bei. Die Qualifizierung des Fach- und Führungskräftenachwuchses liegt in der Verantwortung der heimischen Unternehmen.

Die Wirtschaftskammer Österreich und das Institut für Bildungsforschung (IBW) verliehen deshalb am Dienstag Nachmittag, bereits zum dritten Mal, den "Fit for Future Award" an Unternehmen, die herausragende Wege im Bereich der Lehrlingsausbildung gehen. Bei den ausgezeichneten Betrieben steht neben der Vermittlung von fachlicher Qualifikation auch die persönliche Kompetenz der Lehrlinge im Vordergrund. Schwerpunkte liegen deshalb auch auf Persönlichkeits-und Kommunikationstrainings sowie auf weiterführenden Ausbildungsmodellen.

Michael P. Walter, Kurator des WIFI Österreich und Präsident des IBW-Instituts, wies am Beginn der Veranstaltung auf den besonderen Stellenwert der Berufsausbildung von Jugendlichen hin:
"Berufsausbildung von jungen Menschen, insbesondere durch die Unternehmen selbst, ist eine volks- und betriebswirtschaftlich sinnvolle Investition und leistet damit auch einen wesentlichen Beitrag für die Zukunftssicherung".

Weiters ging Walter in seiner Rede auch auf die aktuelle Situation am Lehrstellenmarkt ein: "Man darf nicht über mögliche schwierige Situationen hinwegsehen. In Zeiten mäßigen Wirtschaftswachstums und einer angespannten Arbeitsmarktsituation ergibt sich zwangsläufig auch eine Anspannung am Lehrstellenmarkt. Um dieser Situation entsprechend entgegenzuwirken, hat die Wirtschaftskammer Österreich bereits im Frühjahr ein eigenes 15 Punkte Programm zur Lehrlingsausbildung präsentiert."
Berufsbildungsscheck, Lehrlingsprämie sowie die verstärkte Berufsinformation für Lehrstellensuchende, sind nur einige herausragende Punkte dieses umfangreichen Pakets, so Michael P. Walter abschließend.

Für die Betriebe resultiert aus der Lehrlingsausbildung auch ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis, erklärte Arthur Schneeberger vom IBW in seinem Eröffnungsstatement. Denn ausbildende Betriebe haben bei der Suche nach qualifiziertem Fachpersonal zahlreiche Vorteile gegenüber Unternehmen ohne Lehrlingsausbildung:

Einschulungs- und Einfindungsphase entfällt bei Übernahme eines Lehrlings
Reduktion von Suchkosten
Auswahlmöglichkeit unter den Lehrabsolventen/-innen
Erhöhte Identifikation mit dem Betrieb
Vermeidung von Abwerbungsprämien
Mittel- und langfristige Sicherung des Fachkräftenachwuchses

Als weiteren wichtigen Punkt sprach Schneeberger auch den Zugang zur Lehre an: "Die Regelungen der Zugangsbestimmungen zu einem Lehrplatz werden zukünftig auch bei uns einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen. Eignung und Neigung sind dabei die Faktoren, die sowohl für den Lehrstellensuchenden als auch für das ausbildende Unternehmen von Bedeutung sein werden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Medien und Wirtschaft über die aktuelle Situation am österreichischen Lehrstellenmarkt. Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, ging in seinen Ausführungen auf die Vorteile des Dualen Systems (betriebliche Ausbildung in Kombination mit einer staatlichen Ausbildung (Berufsschule)) ein, das sich, im Vergleich zu anderen europäischen Ausbildungsmodellen, als erfolgreiches Modell bewährt hat. Erfolgsversprechend ist in diesem Zusammenhang die neu beschlossene Lehrlingsausbildungsprämie von 1000 Euro, die jeder Betrieb pro Lehrling und Lehrjahr künftig erhält. "Die Prämie ist ein wesentlicher Beitrag dazu, zumindest 40% der Lehrlinge eine Ausbildung in einem Betrieb zu sichern", so Mitterlehner. Bezugnehmend auf die aktuelle Situation am österreichischen Lehrstellenmarkt forderte der WKÖ Generalsekretär Stv. von allen Beteiligten eine langfristige Weichenstellung, um so zukünftig der Jugend auch eine faire Chance geben zu können.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion überreichte Reinhold Mitterlehner die Auszeichnungen an die Gewinner des "Fit for Future 2002"- Award, der heuer unter dem Motto "Schlüsselqualifikationen als Qualitätssicherung in der Lehrlingsausbildung" stand:

Plansee AG, Reutte, Tirol
Lehrlingszahl: 768 Lehrlinge von weltweit insgesamt 65.000 Beschäftigten (davon ca. 100 Lehrlinge in Reutte)
Lehrberufe: Zerspannungstechniker, Werkzeugbautechniker, Maschinenbautechniker, Werkstoffprüfer, Chemielabortechniker

"Der Grüne" - Kurt Micheluzzi GesmbH & Co, Hard, Vorarlberg Lehrlingszahl: 7 Lehrlinge von ca. 30 Beschäftigten
Lehrberufe: Maler, Lackierer, Schilderhersteller

Öbau Teubl HandelsgesmbH, St. Johann/Heide, Steiermark Lehrlingszahl: 58 Lehrlinge von 398 Beschäftigten
Lehrberufe: Bürokaufmann/-frau, Gartencenterkaufmann, Einzelhandel (Schwerpunkt Baustoffhandel)

KEBA AG, Linz, Oberösterreich
Lehrlingszahl: ca. 34 Lehrlinge von 543 Beschäftigten
Lehrberufe: Bürokaufmann, EDV-Techniker, Mechatroniker, Elektroniker

Fotos zu dieser Veranstaltung finden Sie auf dem Internetportal der Wirtschaftskammer Österreich (http://wko.at) (NL)

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