Gusenbauer: Österreich braucht Kurswechsel in Forschungs- und Entwicklungspolitik

Blau-schwarzes Chaos - Zweieinhalb verlorene Jahre in Forschungs- und Entwicklungspolitik

Wien (SK) "Die letzten zweieinhalb Jahre waren verlorene Jahre für die Forschungs- und Entwicklungspolitik", betonte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer heute im Rahmen einer Pressekonferenz nach einem Rundgang durch das Vienna Bio Center. Die Bundesregierung habe als einzige Regierung in der EU das sechste Rahmenforschungsprogramm abgelehnt, das zusätzliche Mittel für Forschung und Entwicklung gebracht hätte. "Das ist ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für den Standort Österreich", hielt Gusenbauer fest. "Wir brauchen einen Kurswechsel in der Forschungs- und Entwicklungspolitik", konstatierte Gusenbauer.****

Der SPÖ-Parteivorsitzende nannte drei Maßnahmen, um den Forschungs- und Entwicklungsstandort Österreich zu verbessern. Der erste Punkt sei die Bündelung aller Technologiekompetenzen. "Ich persönlich halte die Zusammenführung von Forschung aus dem universitären und außeruniversitären Bereich für richtig", so Gusenbauer. Des weiteren müsse man den Rat für Forschung und Entwicklung ernst nehmen und seine Kompetenzen erhöhen. "Die Kompetenzen des Rates für Forschung und Entwicklung sind so minimal und die Minister haben sich als beratungsresistent erwiesen", kritisierte der SPÖ-Chef.

"Wir wollen die besten Köpfe haben, egal woher sie kommen", sagte Gusenbauer. Die Forschung in Österreich müsse unbedingt internationalisiert werden, man müsse Forscher aus anderen Ländern motivieren und sie nicht davon abhalten, nach Österreich zu kommen. Im Vienna Bio Center sei die Forschungssprache Englisch, trotz allem müssten sich ausländische Experten mit Deutschkursen herumschlagen. Auch brauche Österreich endlich eine "wirkliche Debatte" über das Thema Biotechnologie, die Möglichkeiten und Grenzen dieser Forschungsrichtung müssten klar auf den Tisch kommen. Nur so könne man zu einem wirklichen Ergebnis kommen. Es müsse den Menschen klar gemacht werden, dass Österreich als Wirtschaftsstandort nur dann wachsen könne, wenn man im Bereich der Innovation vorangehe. "Es ist eine Frage der Zukunft, ob wir hier hochbezahlte Arbeitsplätze haben wollen oder nicht", unterstrich Gusenbauer.

Der Standort Wien sei ein vitaler Forschungsstandort, obwohl die blau-schwarze Regierung es der Stadt nicht leicht gemacht habe. "Aber es geht, wenn politischer Wille und Kooperationsfähigkeit vorhanden ist", so der SPÖ-Politiker. Nach dem 24. November werde man sich an der Forschungspolitik der Stadt Wien ein Beispiel nehmen müssen, schloss Gusenbauer. (Schluss) sw

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