Schicksalsschlag Studiengebühr

Ein Jahr nach der Einführung der Studierendensteuer brilliert selbige durch unsoziale Treffsicherheit

Wien (OTS) - Auch im dritten Semester nach Einführung der sogenannten "Studienbeiträge" wird die ÖH Uni Wien nicht müde, deren Abschaffung zu fordern. Während das Bildungsministerium den Rückgang der Studierenden um 20 Prozent als bildungspolitischen Erfolg feiert, sind bis heute nicht einmal soziale Härten entschärft worden. So müssen Studierende etwa bei schwerer Krankheit die schwarzblaue Bildungssteuer weiterzahlen, wenn sie nicht vom Studium ausgeschlossen werden wollen.

"Selbst für die genehmigten Beurlaubungen reichen die eingeräumten Zeiten nicht aus. Für einen Auslands-Zivildienst, der 14 Monate dauert, bekommt ein Student zum Beispiel nur zwei Semester Beurlaubung.", erklärt Konstanze Geiger, Referentin für Sozialpolitik. "Darüber hinaus läuft während der gesamten Beurlaubung die Anspruchsdauer für die Familienbeihilfe weiter. Das heißt, dass Studierende nach ihrer Beurlaubung oft die Familienbeihilfe verlieren, weil sie natürlich in der Zeit ihrer Beurlaubung keine Leistungsnachweise erbringen können. Gleichzeitig kann es passieren, dass erbrachte Leistungen aus vorangegangen Semestern wie gehaltene Referate nicht mehr anerkannt werden. Prüfungen von aus den letzten Semestern können in der Zeit der Beurlaubung auch nicht abgelegt werden.", so Geiger weiter.

"Absolut kurios und nicht nachvollziehbar ist die Regelung, dass ein Antrag auf Beurlaubung nur in einer Frist von zwei Wochen zu Semesterbeginn gestellt werden darf. Eine ungewollte Schwangerschaft muss demnach auch zu Semesterbeginn geplant werden", empört sich Geiger. "Die Ausweitung der Kriterien sowie der Antragsfristen für Beurlaubung sind eindeutig zu wenig. Das wäre bestenfalls ein erster Schritt. Wir fordern ganz klar die Abschaffung der unsozialen Studiengebühren, damit der freie Hochschulzugang in Österreich wiederhergestellt wird", so Geiger abschließend.

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Referat für Sozialpolitik, ÖH Uni Wien

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