Equal: 20 Mio. für Innovationen am Arbeitsmarkt

EU-Programm gegen Ausgrenzung am Arbeitsmarkt

Wien (OTS) - "Auch wenn die Zunahme der Arbeitslosigkeit in Wien
im Österreich-Vergleich gebremst werden konnte, bleibt die Beschäftigung mit dem Arbeitsmarkt eines unserer zentralen Themen", betonte am Mittwoch Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder im Rahmen eines Mediengespräches. "Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf innovative Maßnahmen zur Integration sogenannter ´Problemfälle´ in den Arbeitsmarkt oder in zukunftsweisende Ausbildungsprogramme. Im Rahmen des EU-Programmes "EQUAL" stehen uns in den kommenden drei Jahren rund 20 Mio. Euro für solche Programme zur Verfügung. Damit werden wir in Wien im Rahmen von neun gesonderten Programmen rund 3.500 Menschen wieder ein Zukunftsperspektive geben."

Rieder präsentierte das Programm EQUAL gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderung Fonds (waff), Mag. Fritz Meißl, und dem Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, Drogenkoordinator Peter Hacker. Der waff zeichnet für die Abwicklung aller Wiener EQUAL-Projekte verantwortlich, Drogenkoordinator Hacker präsentierte stellvertretend für die neun Wiener Programme die Initiative "drug-addicts@work". Beim Mediengespräch anwesend war auch Mag. Arthur Forstner, der Geschäftsführer der waff Programm Management GmbH, die für die ordnungsgemäße Durchführung der Wiener EQUAL-Programme verantwortlich zeichnet.****

EQUAL: EU-Gelder für Impulse am Wiener Arbeitsmarkt

EQUAL ist ein europaweites Förderprogramm zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt. Die Gelder dafür kommen zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfonds und zu 50 Prozent vom Bund. In Wien werden neun konkrete Projekte realisiert, österreichweit 58. Für diese stehen für eine Dauer von drei Jahren 200 Mio. Euro, für die Wiener Projekte rund 20 Mio. Euro zur Verfügung. In Wien werden mit EQUAL rund 3.500 Menschen erreicht werden, beraten werden 2.900 Personen, Beschäftigungs- bzw. Qualifizierungsangebote werden ca. 600 Personen erhalten.

Voraussetzung für die Vergabe von Fördermittel im Rahmen von EQUAL ist die Bildung sogenannter "Entwicklungspartnerschaften" verschiedener Institutionen wie NGOs, Sozialpartner und städtischer Einrichtungen.

Die Themenvorgaben für EQUAL lauten:

o Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt, Reintegration in den Arbeitsmarkt und Bekämpfung von fortgesetzter Ausgrenzung.
o Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf dem Arbeitsmarkt.
o Verbesserung der Qualität von Arbeitsplätzen im dritten Sektor. o Förderung des lebensbegleitenden Lernens und einer integrationsfördernden Arbeitsplatzgestaltung.
o Reduzierung der geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt.
o Aktivitäten für AsylwerberInnen.

"Drug addict": Neue Chancen für Suchtkranke

Stellvertretend für die neun Wiener EQUAL-Projekte präsentierte Drogenkoordinator Peter Hacker das Projekt drug-addicts@work.

Drogenabhängige sind am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt, u.a. durch die schlechte Ausbildungssituation, die langen beschäftigungslosen Zeiten, die schlechte gesundheitliche Verfassung sowie deren geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Innerhalb von drei Jahren sollen im Rahmen von drug-addicts@work 536 suchtkranke Menschen betreut werden, davon erhalten 360 Personen das Angebot einer Berufsassistenz. Von diesen 360 sollen für 210 Personen Probearbeitsplätze auf dem Regelarbeitsmarkt gefunden werden. Für rund 80 Personen wird eine befristete Beschäftigung in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern angeboten. Für 96 Personen werden verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt.

Die neun Wiener Projekte

1. "Gleiche Chancen im Betrieb - Betrieb ohne Rassismus (Entwicklung innerbetrieblicher Maßnahmen gegen Diskriminierung)

2. Qualifikation stärkt (Verbesserung der beruflichen Qualifikation von MigrantInnen)

3. Integrationsinfoservice von MigrantInnen für MigrantInnen (Informationsdienstleistungen im Sozialbereich)

4. Wohnen und Arbeiten (Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen in der Hausbetreuung für Personen, die von Wohnungsverlust bedroht sind)

5. Fempowerment - Stärkung und Qualifizierung von Mädchen/Frauen (Qualifizierung von Frauen und Mädchen, die gering qualifiziert sind bzw. in atypischer Beschäftigung stehen)

6. Der 3. Sektor in Wien (Analyse und Weiterentwicklung der Wirtschaftsbereiche des 3. Sektors)

7. Niederschwellige Beratung und Qualifizierung für weibliche Prostituierte

8. Mehrstufige Arbeitsintegration bei komplexen sozialen Problemlagen (Schaffung von niederschwelligen Beschäftigungsmöglichkeiten für SozialhilfeempfängerInnen)

9. Drug addicts@work

(Schluss) nk

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