Kronberger: Ist der ORF einem Geschäftemacher aufgesessen?

Ungereimtheiten in der Sendung "Am Schauplatz"

Wien (OTS) - Massive Zweifel am Wahrheitsgehalt der gestern im ORF ausgestrahlten "Am Schauplatz"-Sendung "Nach der Hölle - Der Don Quixote von Tschernobyl" hegt der EU-Parlamentarier Hans Kronberger.

Kronberger: "Berichtet wurde über den weißrussischen Atomphysiker, Professor Nesterenko, der angeblich selbstlos krebskranke Kinder untersucht und behandelt".

"Zum einen ist es erstaunlich, dass im Beitrag nicht hinterfragt wurde, wie ein Physiker krebskranke Kinder untersuchen kann", findet Hans Kronberger, der selbst jahrelang kritischer ORF-Journalist war und die Sendungen ARGUMENTE, BÜRGERFORUM und KONFLIKTE geleitet hat.

In der Sendung wurde dann berichtet, dass Prof. Nesterenko angeblich mit einem Vitaminpräparat zusammengesetzt aus Pektinen aus Apfelkonzentrat namens "Vita Pekt" die Cäsiumwerte der von der Tschernobyl-Katastrophe verstrahlten Kinder um die Hälfte senken kann.

Kronberger weiter: "Eine simple Recherche hätte ergeben, dass ein Vitaminpräparat nicht dafür geeignet ist Radioaktivität wirksam auszuleiten".

Hans Kronberger: "Meine Rückfrage beim anerkannten Münchner Strahlenmediziner, Prof. Dr. Dr. Edmund Lengfelder, Leiter des Otto-Hug-Strahleninstituts der Universität München und selbst seit Jahren in der verstrahlten weißrussischen Region Gomel wissenschaftlich tätig, ergab, dass derartige Präparate nach internationalen Studien nur marginale Wirkung haben und daher seriös nicht eingesetzt werden können."

"Selbst ein deutscher Hersteller ähnlicher Präparate verweigerte seinerzeit den Verkauf seines Produktes für die Ausschleusung von Radioaktivität aufgrund der diesbezüglich nachgewiesenen Unwirksamkeit", erklärt Prof. Lengfelder.

Kronberger weiter: "Das ganze riecht nach Geschäftemacherei auf dem Rücken der Ärmsten der Armen!"

"Es ist unfassbar, dass ein Journalist ungeprüft auf die Behauptung hereinfallen kann, dass ein einfaches in einer Betonmischmaschine aus Äpfeln hergestelltes Vitaminpräparat radioaktive Strahlung in größerem Ausmaße ausleiten soll."

Kronberger weiter: "Die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe in Weißrussland sind tausendmal schlimmer, als die Atomlobby zugibt. Am meisten betroffen sind Kinder, die zum Zeitpunkt des Reaktorunglücks noch gar nicht auf der Welt waren."

Eine wirksame Hilfe direkt an das Krankenhaus in Gomel, wo Kronberger sich vor Ort überzeugen konnte, dass hier Übermenschliches geleistet wird, wäre dringend erforderlich.

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