"Kleine Zeitung" Kommentar: "Dauerbrenner" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 02.10.2002

Graz (OTS) - Was sich Gerhard Schröder den ganzen langen
Wahlkampf hindurch von Edmund Stoiber vorwerfen lassen musste, blüht nun auch Wolfgang Schüssel. Die Opposition wird die Regierung für die im beängstigenden Tempo steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich machen.

Im September wurden fast 200.000 Arbeitslose gezählt. Es ist nicht gelungen, die zweistelligen Zuwachsraten zu bremsen. Auch die hastig geschnürten Beschäftigungspakete werden nichts ändern. Sie sind zu kurzatmig und schmalbrüstig.

Natürlich stimmt es, dass die Hauptschuld bei der Krise der Weltwirtschaft zu suchen ist. Vor allem der Schwächeanfall Deutschlands reißt auch Österreich mit.

Um diese ökonomischen Gesetzmäßigkeiten schert sich jedoch die Politik nicht. Die Regierung wird für Entwicklungen verantwortlich gemacht, die sie überhaupt nicht beeinflussen kann. Darüber zu jammern, ist müßig. Die Regierung sonnte sich auch in fremden Glanz, als die Weltkonjunktur im Jahr 2000 Österreich ein Jobwunder bescherte.

Zyniker werden anmerken, dass Schüssel noch Glück im Unglück hat. Die Winterspitze von über 300.000 Arbeitslosen kommt erst nach den Neuwahlen am 24. November. ****

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