GLOBAL 2000: Gesundheitsminister Haupt versagt beim Trinkwasser-Bleiskandal - Gemeingefährdung nicht auszuschließen

GLOBAL 2000 startet Österreichweite Testaktion - Problematik endlich im gesamten Umfang erfassen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 nimmt die Untätigkeit der Politik beim Trinkwasser-Bleiskandal nicht länger hin und wird erneut aktiv. "Mit einer Österreichweiten Testaktion werden wir in einem ersten Schritt die Dimension des Problems erfassen. Die Menschen in Österreich haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihr Trinkwasser bleiverseucht ist oder nicht. Hier steht die Gesundheit vieler Menschen auf dem Spiel", betont Dr. Klaus Kastenhofer, Mediziner von GLOBAL 2000.

"Die gesundheitsgefährdende Wirkung von Blei im Trinkwasser wurde in Feldkirchen bereits von einem Gerichtsmediziner in einem Gutachten festgestellt. Hier leidet nachweislich eine Betroffene aufgrund des Bleis im Trinkwasser unter schweren Störungen des Nervensystems sowie des Magen-Darm-Traktes und Blutarmut. Trotz entsprechendem schriftlichen Urteil vom 31.12.2001 hat Gesundheitsminister Haupt keine Maßnahmen getroffen, um das Blei-Problem Österreichweit zu lösen." Nach Schätzungen von GLOBAL 2000 sind in Österreich über 100.000 Menschen von der Bleiproblematik betroffen. "Die typischen Symptome einer leichten chronischen Bleivergiftung sind Kopfschmerzen, Müdigkeit und Verdauungsstörungen. Diese Symptome sind so unspezifisch, dass auf den ersten Blick niemand an eine Bleivergiftung denkt. Das ist der Beginn eines oft langen Leidensweges", so Kastenhofer weiter.

Parallel zum Gerichtsverfahren führte GLOBAL 2000 bereits im vergangenen Jahr in Wien eine Blei-Testaktion durch: Von 1056 gezogenen Proben lagen 16 Prozent über dem in Österreich gültigen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Liter. 52 Prozent der Proben lagen über dem wissenschaftlich fundierten Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation von zehn Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. Der höchste gemessene Wert lag bei 849 µg/l. Reaktion aus dem Gesundheitsministerium gab es keine. GLOBAL 2000 dehnt deshalb die Testaktion auf ganz Österreich aus. Besonders gefährdet sind vor allem Bewohner von Häusern, die vor 1914 gebaut wurden. Aber auch Häuser aus der Zwischenkriegszeit können betroffen sein. Um endlich klare Verhältnisse zu schaffen, wer für den Austausch der Rohre verantwortlich ist, geht GLOBAL 2000 neue Wege: "Wir werden den betroffenen Personen empfehlen, bei erhöhten Bleiwerten eine Sachverhaltsdarstellung an die Gemeinde und die Staatsanwaltschaft zu richten, um zu klären wer für den Austausch der Rohre verantwortlich ist. Sind mehr als zehn Personen betroffen, kann es sich sogar um den Tatbestand der Gemeingefährdung handeln", so Kastenhofer abschließend.

Blei-Testpakete können unter der GLOBAL 2000-Hotline-Nummer 01/313 78 15 bestellt werden. Umfangreiche Informationen zum Thema Blei finden sich unter http://www.global2000.at/wasser . Am Mittwoch, den 2.10.2002, wird das Thema in Help TV behandelt.

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GLOBAL 2000
Andreas Baur
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