AK befürchtet: Gasmarktöffnung wird Kleinkunden keine Ersparnisse bringen

Preissenkungen für Gashaushalte von durchschnittlich 100 Euro im Jahr für AK nicht nachvollziehbar - Großabnehmer werden profitieren

Wien (AK) - Für die AK ist die Rechnung von Minister Bartenstein nicht glaubwürdig, wonach Gashaushalte binnen zwei bis drei Jahren im Schnitt jeweils 100 Euro jährlich einsparen können. Die AK hat errechnet: Ein Durchschnitts-Haushalt könnte sich bei einer 10prozentigen Gaspreissenkung rund 30 Euro im Jahr ersparen. Auch die Erfahrungen der Strommarktöffnung zeigen, dass die damaligen Ankündigungen des Wirtschaftsministers über Verbilligungen für die Haushalte nicht eingehalten worden sind. Die AK befürchtet daher, dass bei der Gasmarktliberalisierung - genauso wie bei der Strommarktöffnung - erst Haushalte ab einem jährlichen Gasverbrauch von rund 2.000 m3 von einem Anbieter-Wechsel profitieren werden.

Seit heute, 1. Oktober, können Konsumenten ihren Gasanbieter frei wählen. Jedoch gibt es bis jetzt noch keine privaten Anbieter. Einpersonen-Haushalte könnten nur bei extremen Preissenkungen profitieren. Die AK hat errechnet, dass sich bei einer 10prozentigen Gaspreissenkung ein Einpersonen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch unter 730 m3 maximal 13 Euro im Jahr ersparen kann. Ein Durchschnitts-Haushalt mit einem Verbrauch von rund 1.600 m3 im Jahr könnte sich bei einer 10prozentigen Senkung rund 30 Euro im Jahr ersparen. Nach Umfragen von Booz Allen Hamilton würden Gaskunden aber erst bei einer Ersparnis von 40 bis 60 Euro im Jahr den Anbieter wechseln. Eine Ersparnis von 40 Euro im Jahr ergibt sich aber erst bei einem Jahresverbrauch von 2000 m³.
Erfahrungen aus einem Jahr Strommarktöffnung zeigen, dass die damaligen Ankündigungen des Wirtschaftsministers über Verbilligungen für die Haushalte nicht eingehalten worden sind. Strom ist für Durchschnitts-Haushalte und Großabnehmer etwas billiger geworden, jedoch nicht für Einpersonen-Haushalte. Allerdings sind die Strompreise in Wien erst mit der Senkung des Netztarifes im April um knapp 4 Prozent gefallen. In Wien erspart sich eine Kleinfamilie mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden nun 18 Euro im Jahr. Es gibt nach wie vor zu wenig Preiswettbewerb, denn Pensionisten- oder Singlehaushalte haben noch immer nichts von einem Stromanbieter-Wechsel, da sie die mengenunabhängigen Grundgebühren stark belasten, kritisiert die AK.

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