MOLTERER: NACHHALTIGKEIT KONSEQUENT IN DIE PRAXIS UMSETZEN Utl: "Forum für ein nachhaltiges Österreich" zur Qualitätssicherung eingesetzt

Wien (OTS) Nachhaltigkeit ist ein zentrales Zukunftsthema sowohl auf globaler als auch nationaler und regionaler Ebene. Daher ist es eine zentrale Aufgabe, die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie zielgerichtet umzusetzen. Die Einrichtung des "Forums für ein nachhaltiges Österreich" soll den Umsetzungsprozess der Nachhaltigkeitsstrategie kritisch begleiten, beraten und so zur Qualitätssicherung und Effizienz beitragen. Dies erklärte Lebensminister Mag. Wilhelm Molterer in einem gemeinsamen Pressegespräch mit DI Josef Riegler, Präsident des Ökosozialen Forums und Franz Küberl, Präsident der Caritas Österreich, die als Vorsitzender und Co-Vorsitzender das Expertenpanel leiten.****

Am Beginn der Erstellung der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie stand eine breite Diskussionsphase, an der Bundesministerien, Länder, Städte, Gemeinden, Sozialpartner, Interessenvertretungen, NGO’s, Wissenschafter und Experten teilgenommen hatten. Vor dem Gipfel in Johannesburg fanden vier Dialogkonferenzen zu den Handlungsfeldern der Strategie mit über tausend Teilnehmern statt. Jetzt soll ein hochrangiges und interdisziplinäres Expertenpanel mit 37 Mitgliedern die Umsetzung begleiten. Die breite Zusammensetzung aus Wissenschaftern, NGO-Vertretern und Experten aus dem Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialbereich soll eine unabhängige Expertise gewährleisten, führte Molterer weiter aus.

Das bereits am 25. Juni konstituierte "Komitee für ein Nachhaltiges Österreich" arbeitet bereits an einem konkreten Umsetzungsprogramm zur Nachhaltigkeitsstrategie. In diesem Komitee sind alle Ministerien und Interessensvertretungen vertreten, die Bundesländer stellen vier Mitglieder. Auftrag ist es, bis Jänner 2003 ein erstes konsolidiertes Arbeitsprogramm vorzulegen. Eine der ersten Aufgaben des neuen Panels wird es sein, das Arbeitsprogramm bereits in der Entwicklung einer kritischen Bewertung zu unterziehen.

Wesentliche Aufgabe in einer mittelfristigen Perspektive ist die Qualitätssicherung des Umsetzungsprozesses sowie dessen Transparenz. Über die umgesetzten Aktivitäten wird vom Komitee jährlich ein Fortschrittsbericht erstellt, der sich an der Struktur und den Schwerpunkten der Arbeitsprogramme orientiert. Durch Stellungnahmen des Expertenpanels erfolgt eine prozessbegleitende Evaluation, die entwickelten Arbeitsprogramme und Maßnahmenpläne sind kritisch auf ihre Effektivität zu durchleuchten. In beratender Funktion soll es auch zu Querschnittsmaterien und zu grundsätzlichen Fragen Stellung nehmen. Der erste Fortschrittsbericht soll der Bundesregierung im Jänner 2004 vorgelegt werden.

Mit der Einrichtung des Expertenpanels soll ein wichtiger Beitrag geleistet werden, dass der Nachhaltigkeitsprozess Dynamik erhält. Österreich liegt derzeit in einem internationalen Nachhaltigkeitsranking ("Environmental Sustainability – Index" der Universitäten Yale & Columbia) auf dem hervorragenden 7. Platz. Ziel der österreichischen Politik muss es sein, diesen Platz zumindest zu verteidigen. Es geht um die höchstmögliche Lebensqualität für uns und unsere Kinder. Dazu ist es notwendig, die hohe Umweltqualität, die soziale Sicherheit und ein ausgewogenes Sozialsystem sowie die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und des Wirtschaftswachstums als gleichwertige und gemeinsam zu erreichende Zielsetzungen zu sehen. Nachhaltige Politik hat diese Ziele gemeinsam in Auge zu behalten und zu entwickeln.

Nachhaltige Politik hat auch dafür zu sorgen, dass Nachhaltigkeit zur Bürgersache wird. Ziel ist die Stärkung von Partizipations- und Beteiligungsmodellen, die das Engagement des Einzelnen fördern. Mehr Eigenverantwortung wahrnehmen statt weiter an den Staat zu delegieren ist ein wichtiges Thema, um nachhaltige Trends im sozialen, ökonomischen und Umweltbereich zu stärken bzw. die Trendumkehr zu schaffen.

Daher ist auch bei der Umsetzung breite Kommunikation und zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit notwendig, sie soll die Sensibilisierung, Information und Partizipation großer Teile der Bevölkerung sicherstellen. Nachhaltigkeit ist als ein Konzept darzustellen, das jeden Menschen in seinem täglichen Lebensumfeld und seinem persönlichen Handeln betrifft. Nachhaltige Entwicklung soll durch konkrete Beispiele greifbar und erlebbar gemacht sowie die Möglichkeiten im eigenen Gestaltungsbereich aufgezeigt werden, sagte Molterer.

Mitglieder des Expertenpanels zur Nachhaltigkeit sind:

Dipl.-Ing.Dr. Josef Riegler, Ökosoziales Forum (Vorsitz)
Franz Küberl, Caritas Österreich (Co-Vorsitz)
Dipl.-Ing. Christian Baumgartner, Institut für Integrativen Tourismus und Freizeitforschung
Mag.Dr. Karl-Michael Brunner, Institut für allgemeine Soziologie und Wirtschaftssoziologie, WU Wien
Judith Cerwenka, Frauenstiftung Steyr
Sepp Fiedler, Ökologische Landentwicklung Steiermark
Claude Fussler, WBCSD World Business Council for Sustainable Development
Dr. Petra Gruber, Institut für Umwelt-Friede-Entwicklung
Dr. Raimund Haberl, IFF Interuniversitäres Institut für Interdisziplinäre Forschung
Dr. Karin Heitzmann, Abt. für Sozialpolitik, WU Wien Univ.Prof.Dr.Mag. Markus Hofreither, Institut für Wirtschaft, Politik und Recht, Universität für Bodenkultur
Univ.Doz.Dr. Dietmar Kanatschnig, Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung ÖIN
Univ.Prof.Dr. Walter Kofler, Inst.f. Hygiene und Sozialmedizin, Universität Innsbruck
Dr. Angela Köppl, WIFO
Dr. Fritz Kroiss, Ökobüro
Univ.Prof.Dr. Gerhard Loibl, Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen, Universität Wien; Diplomatische Akademie Univ.Doz.Dr. Paul Luif, Österreichisches Institut für Internationale Politik
Univ.Prof.Dr. Wolfgang Lutz, IIASA, Institut für angewandte Systemanalyse
Dr. Gerald Mader, Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung
Mag. Franz Maier, Umweltdachverband
Dipl.-Ing. Johanna Mang, AGEZ
Univ.Prof.Dr. Wolfgang Mazal, Inst.f. Arbeits- und Sozialrecht, Universität Wien
Univ.Prof. Dr. Jürg Minsch, Inst.f. Angewandte Geologie, Universität für Bodenkultur
Univ.Prof.Dr. Michael Narodoslavsky, Institut für Verfahrenstechnik, TU Graz
Prof.Mag.Dr. Franz Radits, Pädagogische Akademie Baden Univ.Prof.DDr. Kunibert Raffer, Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität Wien
Dr. Wolfgang Rauh, VCÖ
Mag. Elfriede Schachner, AGEZ
Univ.Prof.Dr. Friedrich Schiemer, Instistut für Ökologie und Naturschutz, Universität Wien
Univ.Prof.Dipl.-Ing.Dr. Stefan Schleicher, Inst. für Volkswirtschaft, Karl-Franzens-Universität Graz / WIFO
Univ. Prof.Dr. Hans Schnitzer, Joanneum Research
Mag. Gerhild Schutti, AUSTRIA perspektiv / Institut der österreichischen Wirtschaft
Dr. Walter Spielmann, Robert Jungk-Bibliothek für Zukunftsforschung Univ.Prof.Dr. Karl Steininger, Institut für Volkswirtschaftslehre, WU Graz
Univ.Prof.Dr. Gunther Tichy, ÖAW, Institut für Technikfolgenabschätzung
Mag. Stefan Wallner-Ewald, Caritas Österreich
Dipl.-Ing. Sibylla Zech, Stadtland

(Schluss)

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