"Ja zum Nationalpark Wienerwald!"

WWF-Umfrage: 87% der Bevölkerung für Nationalpark

Wien (OTS) - "Ja zum Nationalpark" sagt eine überwältigende Mehrheit (87%) der Bevölkerung in den niederösterreichischen Anrainergemeinden des Wienerwaldes. Das ergibt eine heute veröffentlichte Meinungsumfrage, die im Auftrag des WWF vom Österreichischen Gallup Institut - Karmasin Marktforschung in der Region durchgeführt wurde. 80% der AnrainerInnen wären bereit, eine Unterschriftenliste für einen Nationalpark zu unterschreiben; 64% wollen, dass sich Landeshauptmann Erwin Pröll auf politischer Ebene dafür stark macht. "Selten ist eine Umfrage so eindeutig", kommentiert Univ.-Prof. Dr. Fritz Karmasin vom Gallup Institut. "Wenn 80% bereit wären, für eine Sache zu unterschreiben, so dokumentiert das einen klaren Wunsch der Bevölkerung". Für den WWF ist der politische Auftrag klar, er erwartet sich noch für heuer - im Wienerwald-Millennium - eine Entscheidung für den Nationalpark. Mag. Stefan Moidl vom WWF: "Fachlich und politisch spricht alles für einen Nationalpark: die Natur braucht ihn und die Menschen wollen ihn!"

Anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung des Wienerwaldes vor 1000 Jahren haben die Landeshauptleute Erwin Pröll und Michael Häupl eine Grobstudie zum künftigen Schutz des Wienerwaldes in Auftrag gegeben. Favorit der Politiker ist ein Biosphärenpark, der die ganze Region umfassen soll. Das ist dem WWF zu wenig - ebenso wie zahlreichen anderen Organisationen und Initiativen, wie den Naturfreunden oder dem Netzwerk Wienerwald. Sie wollen zumindest 10% des Wienerwaldes als Nationalpark geschützt sehen. Biosphärenparks sind weder national noch international als Schutzkategorie verankert; nur ein Nationalpark garantiert großflächige Bereiche, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibt, eine Kombination scheint sinnvoll.

Die große Zustimmung in der Region sollte den Landeshauptleuten Pröll und Häupl Mut machen, im Millenniumsjahr einen bleibenden Meilenstein für den Naturschutz im Wienerwald zu setzen, erwartet sich der WWF. Lutschinger: "Bei keinem anderen österreichischen Nationalpark waren die Voraussetzungen so günstig: der Wienerwald gehört zum Großteil der öffentlichen Hand und die Bevölkerung wünscht sich einen Nationalpark - das ist nicht nur eine Chance für die Natur, sondern auch für die Politik".

Die repräsentative Umfrage wurde im September unter den niederösterreichischen AnrainerInnen des Wienerwalds durchgeführt, insgesamt rund 320.000 Menschen leben hier in 57 Gemeinden. Als Hauptargument für einen Nationalpark wird Naturschutz genannt, es folgen Erholung und Tourismus. Für 78% der Bevölkerung spricht kein einziges Argument gegen einen Nationalpark, nur 2% würden den Nationalpark nicht besuchen. 98% kennen den Begriff Nationalpark, "Biosphärenpark" ist hingegen noch wenig bekannt (22%).

Dass sich auch die WienerInnen vor allem Naturschutz ( 96%) und Erholung (93%) im Wienerwald erwarten, belegt eine 1999 veröffentlichte Umfrage der Universität für Bodenkultur. Wenig Zustimmung gibt es hingegen für Forstwirtschaft (12%) oder Jagd (unter 1%).

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