Krankenkassen: SPÖ-Unternehmer lehnen Gleitsmann-Vorschlag ab

Selbstständige sollen für Gebietskrankenkassen optieren können

Wien (SK) Das in der Selbstständigenversicherung bestehende Optionsmodell für Geld- und Sachleistungen will Hauptverbandspräsident und Wirtschaftskammerfunktionär Martin Gleitsmann auf alle Kassen ausweiten. Der Patient soll sich nach Gleitsmanns Vorschlag für Leistungen, die von der Sozialversicherung nicht abgedeckt werden, privat versichern lassen. Der SPÖ-Unternehmervertreter im Hauptverbandspräsidium Wolfgang Schimböck ist über diese Pläne verwundert: Mehr als die Hälfte der Selbstständigen erwirtschaftet gerade ein Einkommen im Bereich der Mindestbeitragsgrundlage von 1.142 Euro monatlich und darunter. An den Zukauf von medizinischen Leistungen - auch auf dem Wege von Zusatzversicherungen - kann daher die Mehrheit der Wirtschaftskammermitglieder aus ökonomischen Gründen nicht einmal denken, sagte Schimböck am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Dazu komme, dass Gewerbeversicherte bereits jetzt neben dem hohen Krankenversicherungsbeitrag, der mit 8,9 Prozent deutlich über dem der Angestellten mit 6,9 Prozent liegt, noch einen Selbstbehalt von 20 Prozent bezahlen müssen, erklärte Schimböck. Als weiteren Nachteil führt er an, dass es von der Gewerbeversicherung auch kein Krankengeld für die Selbstständigen gibt. Eine Ausweitung dieser Regelung auf alle Versicherten hieße "eine Ausweitung der Nachteile auf alle", so Schimböck.

Eine Wahlmöglichkeit sollte es freilich geben, betonte Schimböck. Selbstständige sollten - wie es für Rechtsanwälte tatsächlich möglich war - zwischen der Gewerbeversicherung und den Gebietskankenkassen wählen können. Das sich fast 90 Prozent der Advokaten für die Gebietskrankenkassen entschieden haben, sollte Gleitsmann zu denken geben, meint Schimböck. Im übrigen können die von Gleitsmann dargelegten Vorschläge nur seine Privatmeinung sein, da sie in keinem Hauptverbands- oder Kammergremium beschlossen wurden. (Schluss) wf

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