Wiener Vorlesungen zur Zukunft der Kunstgeschichte

Wien (OTS) -

Als Auftaktveranstaltung eines international besetzten Symposion anlässlich des 150jährigen Bestehens des Faches Kunstgeschichte an der Universität Wien (3.-6. Oktober) wird der renommierte Kunsthistoriker Werner Hofmann am kommenden Donnerstag zum Thema "Alles ist ambivalent. Die Wiener Schule der Kunstgeschichte: Wieviel Zukunft hat ihre Vergangenheit?" im Wiener Rathaus sprechen. Hofmann, Jahrgang 1928, studierte Kunstgeschichte in Wien und Paris. In den Jahren 1960 und 1969 war er Direktor des Museums des 20. Jahrhunderts, von 1969 bis 1990 leitete er die Hamburger Kunsthalle. Neben seiner Lehre an verschiedenen Universitäten schrieb er u.a. folgende Bücher: "Kunst und Politik" (1969), "Edouard Manet: Das Frühstück im Atelier. Augenblicke des Nachdenkens" (1985). Die Moderation hat die Wissenschaftlerin Ilsebill Barta inne. Zukunftsfähigkeit der Kunstgeschichte

Das Nachdenken über die Zukunftspotentiale der Kunstgeschichte ist kein neues Phänomen, sondern Bestandteil einer bereits jahrelangen Diskussion, die angesichts einer Methodenvielfalt wie auch angesichts unterschiedlichster Kunststile nicht verwundern kann. So schrieb etwa der deutsche Kunsthistoriker Frank Hänsch anlässlich des 64. Kunsthistorischen Studierenden Kongresses in Bochum vor zwei Jahren: "Die seit einigen Jahren rasant fortschreitende Globalisierung hat die gesellschaftliche Stellung der rein dem Geist verschriebenen Wissenschaften zunehmend verändert. Unter dem wachsenden, vorwiegend marktwirtschaftlich orientierten Druck der Medien sucht die Kunstgeschichte ihren Platz in der Öffentlichkeit. (..) Ist die Kunstgeschichte unter diesen Gegebenheiten bereits in eine Art Starre verfallen oder ist sie innerlich selbstbewusst und agil genug, um sich aus dieser vermeintlichen Enge mit eigener Kraft zu befreien?"

Wiener Institutsgeschichte im Überblick

Die Geschichte der Wiener Kunstgeschichte begann im Jahre 1852 mit der Etablierung als selbstständiges Fach an der Universität Wien. Erster Professor war Rudolf Eitelberger von Edelberg (1817-1885). Die Wiener Lehrkanzel für Kunstgeschichte ist die nach Berlin die zweitälteste im deutschen Sprachraum. Als eigentlicher Begründer der "Wiener Schule der Kunstgeschichte" gilt Franz Wickhoff (1853-1909), dem in späterer Folge Alois Riegl (1858-1905) folgen sollte, der am intensivsten mit seiner Konzentration auf ein inneres Prinzip der künstlerischen Gestaltung ("Kunstwollen") die Wiener Kunstgeschichte prägen sollte. Nach Riegls Tod kam es in weitere Folge aufgrund erbitterter Streitigkeiten um die Nachfolge zu einer Teilung des Institutes. Der berühmte Ruf der Wiener Schule verdankt sich nicht zu einem geringen Teil der Absolventen, die als Museumsdirektoren und Wissenschaftler Generationen an Studierenden und kunstsinnigen Zeitgenossen prägen sollten. Das Jahr 1938 bedeutet für die Wiener Kunstgeschichte einen schweren Einschnitt, da unzählige Wissenschaftler aus "rassischen" und politischen Gründen fliehen mussten. Nach 1945 etablierte sich das Fach wieder, Wissenschaftler wie Otto Demus, Otto Pächt, Renate Wagner-Rieger, Hermann Fillitz und Günther Heinz prägten in den folgenden Jahrzehnten das Institut. Im Jahr 1997 übersiedelte das Institut auf den Universitätscampus des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses.
Nähere Informationen zum Symposion:
http://www.univie.ac.at/kunstgeschichte/

o Wiener Vorlesungen: "Alles ist ambivalent. Die Wiener Schule der Kunstgeschichte: Wieviel Zukunft hat ihre Vergangenheit?"
Termin: 3. Oktober
Ort: Festsaal des Wiener Rathauses
Beginn: 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.
(Schluss) hch

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