"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Neujahr an der Uni" (Von Gabi Starck)

Ausgabe vom 1. 10. 2002

Innsbruck (OTS) - Für die Universitäten ist der 1. Oktober gleichzusetzen mit dem 1. Jänner - Neujahr sozusagen. Nur ist dieser Tag kein Feiertag, sondern der Beginn des Alltags: Die Studierenden strömen wieder in die Hörsäle. Die Unilehrer müssen ihre Forschungsintensität wieder etwas zugunsten der Lehre zurückschrauben.

An diesem Tag ändert sich aber auch viel: Gesetzliche Neuerungen werden schlagend. Am 1. Oktober muss in Angriff genommen werden, was im Studienjahr zuvor von der Politik diskutiert und gegen das seitens der Universitätsangehörigen - auch auf der Straße - protestiert wurde.

Da wären einmal die Studiengebühren. Sie existieren exakt seit einem Jahr. Feiern wird diesen 1. Geburtstag heute allerdings niemand an der Uni. Auch wenn man einer Tatsache zumindest statistisch durchaus Positives abgewinnen muss: Die Studiosi streben ihren akademischen Titel nun etwas zügiger an als früher, wenn auch aus finanziellem Druck.

Zum Feiern zumute ist heute auch den wenigsten Unibediensteten. Das Unigesetz 2002 ist ihnen nach wie vor ein Dorn im Auge. Und nicht wenige hoffen, dass die Neuwahlen die Strukturreform - und vor allem die Abspaltung der Medizin - noch stoppen.

Aber es gibt auch Grund zur Freude: Etwa die Tatsache, dass die Frauen bei den Studienabschlüssen endlich die Nase vorn haben. Die Mehrzahl der Studierenden stellen sie schließlich schon lange.
Und: Den mündlichen Bekenntnissen von Land und Landeshauptstadt zur Universität Innsbruck folgen Taten. Zuletzt mit der Zusage, dem geplanten Akademie-Institut für Quantenoptik und Quanteninformation drei Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Damit sichern Land und Stadt nicht nur der Universität Spitzenforscher und Spitzenforschung. Damit eröffnen sie die Chance, Tirol langfristig als internationalen Wissenschaftsstandort in der Welt zu positionieren.

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