Bartenstein: "Willkommen im freien Gasmarkt!" Utl: Österreich ist bei Energieliberalisierung Spitzenreiter in Europa

Wien (BMWA/OTS) - Mit 1. Oktober 2002 ist der Energiemarkt in Österreich zu 100 % liberalisiert. Was für den Strommarkt bereits seit einem Jahr Realität ist, ist jetzt auch im Gasmarkt möglich, nämlich die freie Wahl des Lieferanten. Die Vorteile bei Preis- und Serviceleistungen im Gas- und Strombereich, die bisher nur Großabnehmern offen standen, gelten nun für alle Konsumenten, zeigte sich Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der DI Walter Boltz, dem Geschäftsführer Energie-Control GmbH erfreut. "Österreich ist neben Großbritannien und Deutschland das einzige EU-Land, das seine Energiemärkte vollständig dem Wettbewerb freigibt.", so Bartenstein weiter. ****

Die E-Control konnte gemeinsam allen Marktteilnehmern und Interessenvertretungen die organisatorischen Rahmenbedingungen zeitgerecht abschließen, sodass es ab 1. Oktober 2002 auch technisch möglich ist, seinen Gaslieferanten zu wechseln. Wie beim Strom gilt auch beim Gas, dass der Bereich des Gasnetzes reguliert bleibt und die Kunden vom bisherigen Netzbetreiber weiterhin ein Netzentgelt für die Benutzung der Leitungen verrechnet bekommen. Im Unterschied zu Strommarkt gilt beim Gas jedoch pro Bundesland ein einheitlicher Netztarif.

Utl: Österreichische Haushalte sparen mittelfristig etwa 100 Millionen Euro pro Jahr

Großabnehmer konnten theoretisch schon seit dem Jahr 2000 ihren Nutzen aus der Liberalisierung ziehen und für sich zum Teil hohe Preisvorteile lukrieren. Jetzt wird dies auch für Haushalte und Gewerbebetriebe Realität. Da der Anteil der Gaskosten am Haushaltsbudget höher ist als beim Strom, ist eine mittelfristige Wechselbereitschaft von etwa 10 Prozent absolut realistisch, so Bartenstein. Durch eine verstärkte Weitergabe von bereits erzielten und zukünftigen Effizienzsteigerungen in den Erdgasunternehmen sowie weiterer Mitbewerber kann dieser Betrag noch höher ausfallen.

Auch die Einsparpotenziale für Gewerbebetriebe können sich sehen lassen. Für die kleinen und mittleren Unternehmen Österreichs gehen wir von einer Kostenersparnis von insgesamt etwa 60 Millionen Euro pro Jahr aus, so der Minister.

Utl.: Unkomplizierter Wechsel nach dem "One Stop Shop” Prinzip

Der Wechsel zu einem anderen Gaslieferanten ist wie im Strommarkt einfach, unkompliziert und vor allem kostenlos nach dem "One Stop Shop" Prinzip möglich. Für den gesamten innerösterreichischen Netzzugang gilt, dass der Kunde innerhalb einer Frist von etwa zwei Wochen durch den Verteilnetzbetreiber verbindlich Auskunft darüber erhalten muss, ob Kapazitäten für den Netzzugang vorhanden sind oder nicht. Dieses in Europa einzigartige Netzzugangsmodell wird durch das Kapazitätsmanagement des Regelzonenführers als neue und unabhängige Aktiengesellschaft ermöglicht, die auch für die entsprechende Transparenz der Leitungskapazitäten zu sorgen hat.

Derzeit gibt es im Haushaltsbereich noch keine Alternativanbieter. Es ist aber davon auszugehen, dass die ersten noch im Herbst am freien Gasmarkt aktiv werden und so die Wahlmöglichkeit auch für die Privatkunden gegeben sein wird.

Utl: Ein Jahr freier Strommarkt - Vorteile für alle!

Der Übergang vom monopolistischen zum liberalisierten Strommarkt hat reibungslos funktioniert. Durch die Liberalisierung des Strommarktes und den dadurch ausgelösten Wettbewerb sind in allen Verbrauchersegmenten Preisrückgänge eingetreten. Am stärksten haben Industrie- und Gewerbebetriebe profitiert. Die Gesamtersparnisse der Haushalte beliefen sich schon im Vorfeld der Liberalisierung auf 95 Millionen. Euro. Durch die Liberalisierung sind weitere Preisrückgänge eingetreten. Zusammengerechnet wird der Liberalisierungsvorteil für Haushalte heuer auf etwa 180 Millionen Euro steigen.

Insgesamt hat sich die Strommarktliberalisierung auf die heimische Volkswirtschaft positiv ausgewirkt. Sinkende Energiepreise für die Industrie tragen erheblich zu einer Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Produkte bei. Wäre die Marktöffnung nicht erfolgt, wären es in manchen Wirtschaftszweigen zu Preissteigerungen von 1 bis 2 Prozent gekommen.

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