Pjeta signalisiert Unterstützung für Gleitsmann-Reformideen

Ärztekammerpräsident reklamiert "konsensuale" Reform der Krankenkassen - Vorsicht vor Nachtwächter-Kassen - Experten unverzüglich in Vorarbeiten einbinden

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, hält die von Hauptverbands-Chef, Martin Gleitsmann, vergangenes Wochenende geäußerten Überlegungen zur Reform der Krankenkassen für "durchaus diskussionswürdig". Um jedoch Insellösungen zu verhindern, die vorrangig auf einseitige Interessen abgestimmt seien, müssten bereits jetzt Expertengespräche initiiert werden, meinte der Ärztepräsident Montag in einer Presseaussendung.

Die "Modifikation des starren Kassensystems" sei dringend erforderlich. Dabei kann sich Pjeta durchaus mit der Vorstellung einer vorsichtigen Liberalisierung anfreunden, wie sie HV-Präsident Gleitsmann präsentiert habe. "Die Versicherten sind mündig genug, um zwischen verschiedenen Leistungsmodellen innerhalb einer bestehenden Krankenkasse zu wählen. Die Kernleistungen müssten allerdings genau definiert werden", stellte der ÖÄK-Präsident klar. Gedacht ist an ein System, dass ähnlich der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Leistungspaketen aber auch zwischen Geld- oder Sachleistung ermögliche. Auch eine Bonifikation eines nachgewiesenermaßen gesunden Lebensstils könne man überlegen, so Pjeta. Doch müsse man dabei aufpassen, dass die Sozialversicherung nicht zum "Nachtwächter der privaten Lebensführung in Österreich" werde.

Sämtliche Vorstellungen zur Reform der Krankenkassen müssten sich jedoch auf eine breite Zustimmung aller Betroffenen - der Bevölkerung und auch der Ärzte - stützen, führte Pjeta weiter aus. Pjeta: "Nur unter dieser Voraussetzung wird es möglich sein, die so sensiblen Erneuerungsschritte zu initiieren. Alle Betroffenen sind daher unverzüglich aktiv einzubinden." Die Ärzte würden als Experten sofort für Gespräche zur Verfügung stehen, schloss Pjeta.

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