AKS fordert Schummelzettel

Wien (SK) Die Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) begrüßt den Vorschlag des Wiener Stadtschulratspräsidenten Brandsteidl, Hilfestellungen bei Schularbeiten zu erlauben, langfristig müssten sich Noten jedoch völlig erübrigen. Kein Verständnis zeigt AKS-Bundesvorsitzender Niki Kowall für die "unflexible und pädagogisch-rückschrittliche Einstellung" von Ministerin Gehrer. ****

Als "einen Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet Kowall die geforderte Auflockerung der Schularbeitenordnung. Vor allem Sprach-Schularbeiten hängen zu einem sehr hohen Grad von der Tagesverfassung ab. "Noten sollen nicht der Durchschnitt der Schularbeiten sein, wie es leider im Moment ist, sondern Feedback für einen Zeitraum", fordert Kowall. Beide Vorschläge, der vereinbarte Schummelzettel und das Durchlesen im nachhinein, seien didaktisch wichtig und müssen daher ermöglicht werden.

Zur Reaktion Gehrers meint der Schülervertreter "Gehrer und ihr Ministerium verkörpern den innovationsresistenten Stillstand". In keinem Beruf der Welt sei das Heranziehen von Unterlagen und Hilfsmittel verboten, erläutert Kowall. "Nach Gehrers Verständnis sollen Schularbeiten auf ewig eine Schikane ohne pädagogischen oder fachlichen Output bleiben", so der AKS-Bundesvorsitzende.

Die momentane Diskussion ist für Kowall aber verkürzt: "Noten werden von der Volksschule bis zur Matura gerechter Selektionsmechanismus sein, solange sie mit Aufstiegsberechtigungen verbunden sind." Ein Ziel jeder modernen Bildungspolitik müsse es sein, dieses Druckmittel über kurz oder lang überflüssig zu machen. "Wie manche skandinavische Länder vorzeigen, funktionieren Schulen ohne Noten hervorragend", so Kowall. "Nicht zuletzt fühlt sich Kowall in dieser Frage durch die OECD-PISA-Studie bestätigt - Finnland und Schweden liegen vor Österreich. "In einer schülerInnenfreundlichen, interessant gestalteten und partnerschaftlichen Schule erübrigt sich die Einteilung der SchülerInnen in Kasten von eins bis fünf", schließt Kowall. (Schluss) ml/mp

Rückfragehinweis: Niki Kowall (0699) 11 40 81 42

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001