Sallmutter zu Gleitsmann: Keine Rezepte zur Qualitätssicherung

Einstieg in Zwei-Klassenmedizin wird offensichtlich vorbereitet

Wien (GPA/ÖGB). "Die jüngsten Aussagen des Hauptverbandspräsidenten Martin Gleitsmann zur Situation der gesetzlichen Krankenversicherung sind unter dem Titel 'Thema verfehlt' zusammenzufassen. Keiner der Vorschläge Gleitsmanns bietet auch nur ansatzweise ein Rezept, die finanzielle Situation der Kassen zu lösen und den Qualitätsstandard zu sichern bzw. auszubauen", betont der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) zu den Aussagen des Hauptverbandspräsidenten.++++

"Noch vergangene Woche sprach der Hauptverbandspräsident von alarmierenden Finanzprognosen, heute tut Gleitsmann so, als könnte man mit ein paar guten Ideen aus Wirtschaftskammer-Arbeitskreisen diese Probleme in den Griff kriegen. Der vorgeschlagene Ausbau der Wahlmöglichkeiten bei Gesundheitsleistungen für Patienten bringt sicher keine Verbilligung, sondern soll den schleichenden Einstieg in die Privatisierung des Systems ermöglichen. Nachdem man mit dem angestrebten generellen Umstieg auf die Versicherungspflicht Schiffbruch erlitten hat, versucht man es nun auf Umwegen. Dieser Einstieg in die Zwei-Klassen-Medizin ist mit den Arbeitnehmervertretern in der Sozialversicherung aber sicher nicht zu machen", so der GPA-Vorsitzende.

Enttäuscht zeigte sich Sallmutter auch vom Geschäftsführer des Hauptverbandes, Josef Kandlhofer, dem es offensichtlich kein Problem bereitet, dass die Ideenbörse der Wirtschaftskammer nun als offizielle Meinung des Hauptverbandes ausgegeben wird. "Vom obersten Sprecher der Österreichischen Sozialversicherungen hätte ich mir ein entschiedeneres Auftreten für die Interessen der Versicherten erwartet", so Sallmutter.

ÖGB, 30. September 2002 Nr. 744

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