MOLTERER: ZIEL IST FLÄCHENDECKENDE UND BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT

Agrarpolitik will Berglandwirtschaft in Österreich Zukunftsperspektive geben

St. Johann (OTS) "Die Arbeit der Bergbauern verdient Respekt. Sie ist für Österreich unverzichtbar. Aufgabe der Politik ist es, den Bergbauern Zukunft zu geben." Das sagte heute, Montag, Landwirtschafts- und Umweltminister Mag. Wilhelm Molterer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Agrarkommissar Franz Fischler und dem französischen Landwirtschaftsminister Hervé Gaymard im Rahmen des Europäischen Bergbauernkongresses in St. Johann im Pongau. "Wer eine flächendeckende bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft will, die gleichzeitig multifunktional den gesellschaftlichen Ansprüchen, wie Umwelt- und Tierschutz, gerecht wird, muß eine starke Gemeinsame Agrarpolitik unterstützen, die sowohl die erste Säule der Marktordnungen stärkt, als auch die zweite Säule der Ländlichen Entwicklung ausbaut, so Molterer weiters.****

An bereits zwei einfachen Kennzahlen werde die Bedeutung der Berglandwirtschaft für Österreich deutlich, so Molterer: rund die Hälfte der bäuerlichen Betriebe in unserem Land, nämlich 98.687 von 210.100 Betrieben, liegen in den Erschwerniszonen 1 bis 4 und sind damit als Bergbauernbetriebe klassifiziert und über die Hälfte des österreichischen Rinderbestandes - 1.355.912 von 2.151.429 – wird auf diesen Betrieben gehalten.

Entscheidend sei daher heute auch angesichts der Erweiterung sowie der Halbzeitbewertung der GAP ein klares Bekenntnis sowohl zum europäischen Agrarmodell, als auch und als Konsequenz daraus zu den zwei Säulen der Europäischen Agrarpolitik. Molterer: "Was wir brauchen ist einerseits eine klare Marktorientierung bäuerlicher Produktion im Rahmen der Marktordnungen der Agrarpolitik, andererseits aber auch eine spürbare Berücksichtigung der außeragrarischen Leistungen der Landwirtschaft im Rahmen der zweiten Säule der Agrarpolitik, der Ländlichen Entwicklung." Österreich habe von Beginn an großes Gewicht auf diese zweite Säule der Agrarpolitik gelegt: Rund 60 Prozent der Agrarmittel werden heute in Österreich – etwa im Rahmen des agrarischen Umweltprogramms oder der Ausgleichszulage für Bergbauern – durch die ländliche Entwicklung aufgebracht. Die Stärkung der zweiten Säule sei daher aus österreichischer Sicht zweifelsfrei zu begrüßen. Gerade für das Berggebiet mit seinen vielfältigen Erschwernissen und zusätzlichen Anforderungen – Stichworte Schutzwald oder Kulturlandschaft – sei diese zweite Säule unverzichtbar.

Gleichzeitig dürfe man die Multifunktionalität bäuerlicher Arbeit nicht aus den Augen verlieren, so der Minister weiters. Marktordnungen seien daher als solide erste Säule der Agrarpolitik nicht minder wichtig. Die Aufrechterhaltung der Produktion und Bewirtschaftung – etwa durch die Instrumente der Quoten oder Direktzahlungen – seien daher ebenso unverzichtbar, wie die Stärkung der ländlichen Entwicklung.

Marktorientierung bedeute jedoch nicht nur Produktion, sondern auch Absatz, so der Minister. Die absatzgerechte Produktion müsse daher Kern des unternehmerischen Handelns auch der Bergbauern sein. Strategien zur Stärkung der Marktposition, etwa durch Profilierung berglandwirtschaftlicher Erzeugnisse unter Berücksichtigung regionaler Ursprungsbezeichnungen seien hiefür interessante Optionen, wobei klar sein müsse, daß dies nur auf dem Weg der Kooperation sinnvoll erreicht werden könne. Regionale und typische Produkte seien mit hohem Konsumentenvertrauen ausgestattet.

Als weitere wichtige Ansatzpunkte einer Politik für die Berglandwirtschaft nannte Molterer die Forcierung der Energieproduktion, die Investition in zeitgemäße Wohn- und Lebensqualität auf Berghöfen, die Forcierung der Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung der Möglichkeiten der Erwerbskombination. "So werden wir - auf der Basis einer starken Gemeinsamen Agrarpolitik – auch in Zukunft in der Lage sein, Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die den Bauern im Berggebiet Perspektive geben." so der Minister abschließend.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

BM für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001