Käthe-Leichter-Preis: Kritik an Abschaffung durch Haupt mehrt sich

Protest von über 150 HistorikerInnen aus In- und Ausland - ÖGB fordert neuerlich Erhalt des Preises

Wien (ÖGB/ITH). Die Kritik an der von Minister Haupt geplanten Ersetzung des Käthe-Leichter-Preises durch einen Preis "EVA" mehrt sich. Über 150 HistorikerInnen aus dem In- und Ausland protestieren mit einer Unterschriftenaktion gegen die Abschaffung des Käthe-Leichter-Preises. Und auch die ÖGB-Frauen fordern erneut den Erhalt des Preises. "Es ist bezeichnend, wenn der Käthe-Leichter-Preis, der im Gedenken an eine der Pionierinnen im Kampf um verbesserte Arbeitsbedingungen für Frauen geschaffen wurde, durch einen Preis abgelöst wird, der für besondere Leistungen von Frauen im Alltag verliehen wird", meint ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits.++++

Der frauenpolitische Rückschritt, der Minister Haupts Amtszeit kennzeichne, werde nun auch symbolisch untermauert. "Ein unverbindlicher 'EVA'-Preis passt offensichtlich besser in das Frauenkonzept des Ministers als ein Preis, mit dem der Kampf um die Chancengleichheit der Frauen in der Arbeitswelt thematisiert wird", sagt Csörgits. Auch abseits der Symbolik sei die Ersetzung des Käthe-Leichter-Staatspreises für die jungen Historikerinnen bedauerlich, fügt Christine Schindler von der Internationalen Tagung der HistorikerInnen der ArbeiterInnen- und anderer sozialer Bewegungen (ITH), die bislang die Preisverleihung organisiert hat, hinzu: "Der Preis ist für die jungen Wissenschaftlerinnen nicht nur aus ideellen Gründen wertvoll. Aufgrund der vielfach begrenzten Arbeitsplatzmöglichkeiten stellte das Preisgeld für die Forscherinnen auch eine wichtige finanzielle Unterstützung dar."

Gleich nach seinem Amtsantritt habe Minister Haupt das Preisgeld für die beiden Staatspreise von jeweils 50.000 Schilling (3.634 Euro) auf die Hälfte halbiert, berichtet Schindler weiter. Nun möchte der Frauenminister in seinem Ressort den Staatspreis gänzlich einstellen. Er habe in einem Schreiben Minister Bartenstein um die Weiterführung des Preises ersucht, ließ Haupt ÖGB und AK in einem Schreiben mitteilen. Eine konkrete Zusage von seiten des Bartenstein-Ressorts über die Übernahme des Preises gibt es laut ITH aber bislang keine. (mfr)

ÖGB, 30. September 2002
Nr. 741

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