Weiterhin gute Chancen für österreichische Exportwirtschaft in Brasilien

Wirtschaftsriese im Wahlkampf - Investitionen jetzt überlegen

Wien (PWK686) - "Die brasilianische Wirtschaft hat nach einigen Wechselbädern jüngst wieder bewiesen, dass das Krisenmanagement funktioniert", stellt der Handelsdelegierte in Sao Paulo, Peter Athanasiadis fest. Am Superwahltag 6. Oktober werden Präsident, Parlament und Gouverneure neu gewählt. "Vor dem Hintergrund der Unruhen an den internationalen Börsen, der schwachen brasilianischen Konjunktur sowie des gefürchteten Argentinieneffekts kam es Mitte August zu schweren Devisenturbulenzen und einer radikalen Verschlechterung des souveränen Länderrisikos Brasiliens. Mit dem neuerlichen Hilfspaket des Währungsfonds von 30 Mrd. US $ hat sich die Lage wieder gebessert", so der Handelsdelegierte.

Nach Einschätzung Athanasiadis ist die derzeitige Situation nicht beunruhigend, da die Basisdaten der 11.grössten Volkswirtschaft der Welt stimmen. Nach tiefgreifenden Strukturreformen werden seit fast vier Jahren primäre Haushaltsüberschüsse von über 3% des BIP erzielt, die Inflationsrate wurde auf ca. 7,7% im Vorjahr reduziert, die Arbeitslosigkeit bewegt sich bei 6-7% und der Wechselkurs konnte bis vor kurzem innerhalb einer Bandbreite von 2,5 - 2,8 R$ pro US $ stabilisiert werden. Zusätzlich könnte eine erwartete Rekordernte von 100 Mio. Tonnen Getreide der brasilianischen Wirtschaft im laufenden Jahr positive Impulse verleihen.

Mit 364 Mio. Euro erreichten Österreichs Lieferungen 2001 einen neuen Exportrekord. Brasilien, das fünftgrößte Land der Erde nahm erstmals Rang 5 der österreichischen Überseemärkte ein, nur übertroffen von USA, China/Hongkong, Japan und Kanada. "Insgesamt zeigen die Ausfuhren nicht nur eine starke Konzentration auf höherwertige Waren, sondern auch eine deutliche Diversifizierung", zeigt sich der Handelsdelegierte mit der Exportstruktur zufrieden. Auf Grund des Konjunkturabschwunges sowie als Folge der bereits überstandenen Energiekrise und den Investitionskürzungen der Unternehmen ist heuer das gesamte brasilianische Importvolumen zurückgegangen. "Das hat auch die österreichischen Brasilienexporte im 1. Halbjahr 2002 mit einem Minus von knapp 30 % betroffen, mittelfristig sind die Chancen auf neue Geschäfte sehr gut", so Athanasiadis. Lieferpotential besteht im Bereich Energiewirtschaft, Agrarindustrie, im Erdöl- und Erdgassektor, in der Papier- und Verpackungsindustrie sowie der Kunststoffverarbeitung und verstärkt auch wieder bei der Automobilindustrie. Immer interessanter wird der Umweltschutzsektor, besonders die Behandlung von Abwässern und die Luftreinhaltung. Derzeit gibt es 50 österreichische Niederlassungen in Brasilien. "Leider wird meistens erst in Boomzeiten zu überhitzten Preisen investiert. Österreichische Unternehmen sollten von der momentanen Situation profitieren und in der Baisse einsteigen", rät der Handelsdelegierte.

Österreichische Technologie in Brasilien ist sehr gefragt: AVL erhielt den Auftrag zur Errichtung eines Kfz-Emissionsanalyselabors, die Andritz-Gruppe übergab heuer eine neue Zellstoffproduktionslinie an den größten Zellstoffproduzenten Brasiliens und die im Bereich Flugsicherung erfolgreiche Frequentis Nachrichtentechnik GmbH plant als nächstes einen Expansionsschritt nach Brasilien. Österreichische Markenartikel wie Red Bull und Flash Power sind in Brasilien Marktführer, Swarovski hat neben dem eigenen Retail Shop in Sao Paulo ein auf Modedesigner ausgerichtetes Creative-Service-Center, und zwei Wolford-Boutiquen runden das österreichische Angebot ab. (pt)

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