1. Oktober Tag des Kaffees

Trans Fair Österreich fordert mehr Unterstützung für Kleinbauernfamilien in den Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens

Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund der nun schon über 2 Jahre andauernden strukturellen Kaffeekrise (Überproduktion und extremer Preisverfall, Existenzgefährdung der ProduzentInnen, Verdrängung traditioneller Anbauweise der ProduzentInnen vom Weltmarkt) fordert Trans Fair Österreich am Tag des Kaffees gerechtere Handelsbedingungen, um eine Unterstützung von Kooperativen und die Existenzsicherung von Kleinbauernfamilien zu sichern.

Trans Fair nimmt den Tag des Kaffees zum Anlass, um auf die existenzgefährdende Situation von Millionen von KaffeeproduzentInnen in Lateinamerika, Afrika und Asien aufmerksam machen. 1986 kostete das Quintal (entspricht 45,4 kg) Kaffee im Durchschnitt 195 US-$ auf dem Weltmarkt, heute werden 55 US-$/Quintal Kaffee bezahlt. Und dabei verdienen die Kaffeekonzerne noch gut.

Das Glück der VerbraucherInnen hat eine Kehrseite: Während bei uns die Kaffeepreise sinken, stehen bei den KaffeeproduzentInnen Hunger und Existenzangst im Vordergrund. Um auf ihr Elend aufmerksam zu machen, führen die LandarbeiterInnen und Kaffeebauernfamilien immer wieder Protestaktionen wie Hungermärsche und Straßenblockaden durch. Als kürzlich KaffeeproduzentInnen in Honduras protestierten, wurden über 800 Personen verhaftet und mehr als 100 verletzt. Unter den Kaffeebauern Mittelamerikas wächst die Perspektivlosigkeit.

An der Kaffeekrise wird einmal mehr deutlich, wie durch Entwicklungen des Weltmarktes Lebensgrundlagen zerstört und Menschenrechte verletzt werden.

Unterstützung für den Fairen Handel

Ein Ausweg aus der Krise ist der Faire Handel. Die ProduzentInnen erhalten für besiegelten Fair Trade Kaffee mehr als das doppelte des aktuellen Weltmarktpreises (Stand August 2002). Als fairer Mindestpreis für Kaffee wird international 121 US-$/Quintal bezahlt. Mit diesem Verkaufserlös ist es auch für ProduzentInnen möglich, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben, zu arbeiten und ihre Produktionsgrundlage für die Zukunft zu erhalten. Zusätzlich werden noch mit 5 US-Cents/Pfund Kaffee nachhaltige Projekte für KaffeeproduzentInnen unterstützt. Diese Prämie ist für soziale oder ökologische "Entwicklungsprojekte" zweckgebunden. Durch die zusätzliche Finanzierung von strukturellen Projekten werden Trinkwasserversorgung, der Aufbau von Schulen und Kindertagesheime, die Krankenversorgung, Seminare für ökologischen Anbau uvm ermöglicht.

Der Tag des Kaffees ist die beste Möglichkeit, fair gehandelten Kaffee zu versuchen. Eine Gelegenheit dazu bietet das Cafe Dommayer in Wien mit dem Fair Trade "Café Latino" von Julius Meinl.

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Veronika Polster/ Trans Fair
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veronika.polster@fairtrade.at
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