Caritas: Kein Asylwerber darf unversorgt auf die Straße gestellt werden

Küberl und Landau für zusätzliche Kapazitäten in der Flüchtlingsbetreuung

Wien (OTS) - "Kein(e) Asylwerber(in) darf unversorgt auf die
Straße gestellt werden!" Mit diesem "dringenden Appell an Verantwortliche im Bund und in den Ländern" haben sich heute Caritaspräsident Franz Küberl und Caritasdirektor Michael Landau zu Wort gemeldet. Für die Wiener Caritas ist die Situation schon seit längerem sehr angespannt. "Wir haben jetzt schon fast 700 Menschen in unseren Flüchtlingshäusern", so Landau. "Matratzenlager und Kellerräume als Notquartier gehören zum Alltag in den vier Flüchtlingshäusern der Caritas der Erzdiözese Wien, das kann und darf keine Dauerlösung sein", so Landau. Gemeinsam mit Caritaspräsident Franz Küberl appelliert er "zusätzliche Kapazitäten zu schaffen -wenn nötig auch in öffentlichen Räumen, wie Kasernen und leerstehenden Objekten - und notwendige Aufstockungen im Personalbereich durchzuführen."
Für die Caritas geht es hier um das humanitäre Recht auf Grundversorgung von Menschen auf der Flucht. Küberl klar und entschieden: "Jeder Flüchtling hat ein Recht auf ein ordnungsgemäßes Asylverfahren, unabhängig davon ob er schlußendlich in unserem Land bleiben darf oder nicht."

"In einem Land wie Österreich muss es von staatlicher Seite organisierbar sein, dass Menschen zumindest übergangsmäßig Unterkunft finden können, ansonsten wäre dies
ein Armutszeugnis für unser Land",so die Caritasverantwortlichen, die hier auch die Menschlichkeit der Österreicherinnen und Österreicher höher einschätzen als manche Politiker: "Unsere Erfahrung ist es, dass viele Menschen hilfsbereit sind und die Erwartung haben, dass wir Flüchtlingen in unserem Land beistehen."

Recht darf nicht Unrecht werden

Die jüngste Zuspitzung der Situation ist für die beiden Caritasverantwortlichen "eine ernste Anfrage an die Menschlichkeit und das Verantwortungsgefühl von Frauen und Männern in allen relevanten Positionen in Bund und Ländern, egal ob Mandatare oder Beamte." Denn hier, so Küberl und Landau, "geht es um das Recht jedes Menschen als Mensch behandelt zu werden - ein wesentlicher Grundkonsens in der europäischen Wertegemeinschaft - und um das ganz persönliche Menschenbild und die Bereitschaft, sich für Menschen einzusetzen."- "Wenn demgegenüber Recht und Verordnungen unmenschliches Verhalten rechtfertigen, sind sie unter humanitärer Hinsicht Unrecht", zeigen sich Küberl und Landau überzeugt.

Grundversorgung und faires Asylverfahren

Erst die Grundversorgung sichert mittellosen Flüchtlingen die Basis für ein faires Asylverfahren. Ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Essen und medizinische Versorgung, was für die meisten in Österreich eine Selbstverständlichkeit ist, ist für zwei Drittel der Flüchtlinge in Österreich nur durch das Engagement von NGO’s wie etwa der Caritas möglich. "Uns ist bewusst, dass die Republik Österreich heute mehr Menschen in Bundesbetreuung hat, als in der Vergangenheit", betonen Küberl und Landau. "Die richtige Antwort auf diese Situation wäre ein mehr an Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Hilfsorganisationen.Anstelle eines politischen Schlagabtausches braucht es besonnenes gemeinsames Handeln", so die beiden Caritasverantwortlichen.

Dass es jetzt zu dieser Zuspitzung der Situation gekommen ist, ist für Küberl und Landau "eigentlich unverständlich". Denn gerade erst konnte man erste konkrete Schritte in Richtung 'Grundversorgung Neu’ für alle AsylwerberInnen durch eine neue Bund-Länder-Vereinbarung setzen, um auch die gemeinsamen EU-Richtlinien in Österreich umzusetzen.
"Die nun in Umsetzung befindlichen österreichischen Richtlinien im Umgang mit Asylwerberinnen und Asylwerbern widersprechen dem bisher eingeschlagenen europäischen Weg. Für diesen europäischen Weg müssen Bund, Länder und Gemeinden ihren Beitrag leisten," betonen Landau und Küberl.

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