"Kleine Zeitung" Kommentar: "Tiefflug" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 28.09.2002

Graz (OTS) - Was viele befürchtet und einige Experten erwartet haben, wird jetzt langsam Realität: Die Konjunktur entwickelt sich -beileibe nicht nur in Österreich - noch viel schleppender als im Juni erhofft, der Aufschwung kommt erst 2003.

Frühestens, muss hinzugefügt werden, denn die Schwächesignale mehren sich. Selbst aus den USA, von deren Wirtschaftstempo die Welt immer noch weitgehend abhängt. Die kriegerische Entschlossenheit von Präsident George Bush läßt tausende Unternehmer mehr bangen als hoffen, Investitionen werden zurückgestellt. Und aus Deutschland, das einst ein "Wirtschaftswunder" hatte und später als europäische Konjunkturlokomotive fungierte, kommen keine positiven Signale. Von einer - psychologisch so wichtigen - Aufbruchsstimmung ist auch nach der Wahl nichts zu spühren, ganz im Gegenteil macht sich eher eine trübe Stimmung breit.

Österreich kann dem internationalen Tiefflug nur wenig gegensteuern, die "Insel der Seeligen" kommt im Lehrbuch der Ökonomie nicht vor. Da helfen auch vollmundige Versprechungen heimischer Politiker nichts. Sie sind ebenso fundiert wie die letzten Prognosen unserer Wirtschaftsforscher. ****

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