Neubau: Bürger wollen "Dialog" über Kaufhausprojekt

Wien (OTS) - Massive Einwände gegen ein großes Kaufhausprojekt im Bereich zwischen Mariahilfer Straße und Lindengasse erhoben am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz ein Sprecher der Bürgerinitiative "Lebenswerte Lindengasse" und Vertreter aller Fraktionen in der Bezirksvertretung Neubau. Die Firma "Palmers/Gerngross" wolle das Einkaufshaus in der Mariahilfer Straße 42-48 um den Komplex Mariahilfer Straße 36-40 und um die Häuser Lindengasse 11 bis 15 erweitern. Neben einem drohenden Abriss der drei Wohnhäuser Lindengasse 11, 13 und 15 wurde eine
künftige Minderung der Lebensqualität in der Lindengasse, nicht zuletzt durch die vorgesehene Schaffung eines Ladehofes und den Bau einer Garage, sowie eine fehlende Gesprächsbereitschaft des Projektbetreibers beklagt.

Bisher habe das Unternehmen keinerlei Bereitschaft zum "Dialog" mit den Betroffen - also mit den Mietern und Anrainern in der Lindengasse - gezeigt. Bezirkspolitiker aller Parteien und der Sprecher der Bürgerinitiative forderten von "Palmers/Gerngross" die Einleitung von Gesprächen über das Großprojekt, bei denen allenfalls eine "Kompromisslösung" erzielbar wäre.

Namens der Neubauer Grünen lehnte der Bezirksvorsteher des 7. Bezirkes, Mag. Thomas Blimlinger, die Realisierung des Projekts in der derzeit beabsichtigten Form ab. Eine "Absiedlung" von Bewohnern, eine große Garage und auch der Ladehof würden die Lindengasse zu einer "toten Zone" machen. Bei dem Vorhaben müsse unbedingt ein "menschliches Maß" gefunden werden.

Für die sozialdemokratische Fraktion betonte Bezirksvorsteher-Stellvertreter Rainer Husty die Wichtigkeit eines Schutzes der Wohnbevölkerung. Die anwesenden Bezirksmandatare von ÖVP, FPÖ und LIF räumten ebenso den Interessen der Mieter und Anrainer in der Lindengasse den Vorzug vor den kommerziellen Gründen des Projektbetreibers ein. Die Politiker aller Parteien brachten zum Ausdruck, dass sie das Projekt nicht "verhindern" wollen, jedoch mit Nachdruck für eine gedeihliche Lösung - vor allem im Sinne der Bürger - eintreten.

Mittlerweile liegen ein "gewerberechtlicher Bescheid" und auch diesbezügliche Berufungen vor. Nach Angaben des Sprechers der Bürgerinitiative "Lebenswerte Lindengasse" haben bereits mehr als 1.000 Personen mit Unterschriften die Anliegen der Gruppe (etwa die Erhaltung der alten Häuser mit intakter Bausubstanz in der Lindengasse) unterstützt. Bis November 2004 besteht für den Projektbereich eine "befristete Bausperre", nach Auffassung aller Bezirksmandatare soll diese Frist für Gespräche zwischen "Palmers/Gerngross", den Bürgern und der Bezirkspolitik genutzt werden.

Der Sprecher der Bürgerinitiative zeigte eine "Verunsicherung" der Mieter in den Häusern Lindengasse 11-15 und deren Angst vor "sanftem Druck" auf. In diesen Gebäuden sind neun Wohnungen mit unbefristeten Hauptmietverträgen vermietet (es bestehen weitere befristete Mietverhältnisse), nach Aussagen von Mietern im Zuge der Pressekonferenz bestehe keine Bereitschaft zu einem Wechsel der Wohnung. Auch gibt es in dieser Angelegenheit noch keinen "baurechtlichen Bescheid". Das Kaufhaus-Großprojekt wird somit auch künftig ein sensibles Thema im 7. Bezirk sein. (Schluss) enz

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