Sima an Molterer: "Nur Bio-Aktionstag ist zu wenig"

Seit Schwarz-Blau regiert, gibt es um fast 2.000 Bio-Betriebe weniger - Agrarreform überfällig

Wien (SK) "Ein Bio-Aktionstag alleine ist eindeutig zu wenig", kommentierte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die heutigen Aussagen von Landwirtschaftsminister Molterer anlässlich des Bio-Aktionstages kommenden Sonntag. Die Zahlen des aktuellen "Grünen Berichts" würden eine mehr als eindeutige Sprache sprechen. "Von 1999 bis 2001 ist die Anzahl der Bio-Betriebe von 20.121 auf 18.292 gesunken, seit Blau-Schwarz regiert, hat sich die Zahl der biologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe folglich um 1829 reduziert", so Sima. ****

"Jede Unterstützung für die heimischen Bio-Bauern ist wichtig, doch die Aktivitäten von Minister Molterer sind wohl mehr eine PR-Aktion, echte Förderungsmaßnahmen, um den Abwärtstrend zu stoppen, fehlen", sagte Sima am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Der Abwärtstrend sei die Folge einer Landwirtschaftspolitik von Minister Molterer, der immer noch mehr auf Masse statt Klasse setze. "Minister Molterer schmückt sich zwar gerne mit der Bio-Bauern-Feder, Maßnahmen wie etwa ein spezielles Bio-Förderungspaket oder andere Maßnahmen, die über das ÖPUL hinausgehen sucht man jedoch vergebens", so Sima.

"Dass die Regierung die Förderung für die Bio-Vereine, die eine wichtige beratende Funktion innehaben, von 1,7 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro gekürzt hat, zeigt ebenfalls den Stellenwert, den Bio für den verantwortlichen Minister hat", so Sima. Sie fordert eine Offensive für die Förderung des Biolandbaus, um eine Steigerung der Biobauern auf 25 Prozent in den nächsten fünf bis sieben Jahren zu bewirken. "Doch das geht sicherlich nicht von selbst, hier muss die Regierung aktiv eingreifen, etwa im Bereich der Förderungen", betonte Sima.

Generell sei ein Umdenkprozess im Landwirtschaftssystem unerlässlich. "Der von Agrarkommissar Franz Fischler vorgelegte Vorschlag zu einer EU-Agrarreform ist ein erster und wichtiger Schritt, es ist völlig unverständlich, dass die ÖVP und ihr Landwirtschaftsminister Molterer dagegen mauern", so Sima. Es müssen künftig diejenigen gefördert werden, die Umwelt- und Tierschutzstandards einhalten, zudem müssen die Förderungen an Lebensmittel-Sicherheitsstandards gekoppelt werden. "Die zahlreichen Lebensmittelskandale der letzten Zeit - BSE, Schweinemast-Skandal oder Pestizide in Obst und Gemüse - haben klar gezeigt, dass das herkömmliche Agrarsystem enorm reformbedürftig ist. Die Verweigerungshaltung der ÖVP in diesem heiklen Bereich ist unverantwortlich", sagte Sima abschließend. (Schluss) wf/mp/mm

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