Hagenhofer: Am Förderunterricht zu sparen, ist kontraproduktiv

Wien (SK) Massive Verschlechterungen für die Schülerinnen und Schüler hat das letztes Jahr in Kraft getretene neue Dienstrecht für PflichtschullehrerInnen ("LDG Neu") mit sich gebracht. Es wurde u.a. der Förderunterricht in Volks- und Sonderschulen von 36 Stunden auf 18 Stunden gekürzt! "Diese Kürzung ist absolut inakzeptabel und bringt eine Reihe von Ungerechtigkeiten mit sich", betonte SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Weil den Klassenvorständen mehr Zeit für Maßnahmen des sozialen Lernens eingeräumt wurde, musste der verpflichtende Förderunterricht in den Volks- und Sonderschulen daran glauben: Diese Stunden wurden kurzerhand halbiert. Natürlich soll auch soziales Lernen gefördert werden - aber nicht auf Kosten des Förderunterrichts! Beide Bereiche sind gleich viel Wert, und das muss sich auch in der Stundenzahl niederschlagen", so Hagenhofer.

Tatsache sei, dass bei der Förderung der Jüngsten und Schwächsten gespart wird. "Aber gerade bei den Jüngsten sollte man ansetzen", ist Hagenhofer überzeugt. "Je früher die Förderung jedes und jeder Einzelnen beginnt, desto bessere Chancen hat er oder sie im Laufe der weiteren Ausbildungsschritte und später auf dem Arbeitsmarkt. Die Förderstunden zu kürzen, ist jedenfalls ein grober Unsinn."

Auch die Tatsache, dass Volks- und Sonderschulen gegenüber den anderen Pflichtschulformen (die von dieser Art der Förderstundenkürzung nicht betroffen sind) benachteiligt würden, sei nicht nachzuvollziehen, so Hagenhofer. Sie tritt dafür ein, dass die Förderstunden weiterhin im Ausmaß von 36 Stunden zur Verfügung stehen müssen.

Um die verbleibenden Stunden überhaupt in Anspruch nehmen zu können, seien SchülerInnen und LehrerInnen auf den good will des Direktors angewiesen - dieser müsse nämlich persönlich und in jedem Einzelfall extra beim Landeschulrat anrufen, um die Stunden genehmigen zu lassen. "Die schwarz-blaue Regierung ist angetreten, die Verwaltung zu vereinfachen und bürokratische Hürden zu beseitigen. Aber genau das Gegenteil ist hier der Fall. Für jeden Förderunterricht ein Ansuchen stellen zu müssen, das bedeutet wahrlich keine Vereinfachung der Verwaltung", kritisiert Hagenhofer.

Die Jugendarbeitslosigkeit müsse an ihren Wurzeln bekämpft werden

"Derzeit stehen wir vor der paradoxen Situation am Arbeitsmarkt, dass es ein Angebot an freien Lehrstellen aber auch eine große Zahl an Lehrstellen-BewerberInnen gibt. Die beiden kommen aber nicht zusammen. Es zeigt sich, dass Lehrstellensuchende, die nur ein schwaches Abgangszeugnis vorweisen können, kaum Chancen auf eine Lehrstelle haben." Neben anderen Gründen seien schwache schulische Leistungen leider oft der Grund für die Schwierigkeiten von Jugendlichen bei ihrer Jobsuche und in Folge dessen für die hohe Jugendarbeitslosigkeit. "Es ist dringend notwendig, diese Kinder so weit zu fördern, dass sie erst gar nicht in diese Situation kommen. Auch schwächere SchülerInnen müssen die Hilfe bekommen, die sie brauchen, um mithalten zu können. Eine ungünstige Ausgangsposition soll nicht wie ein Mühlstein ein Leben lang mitgeschleppt werden müssen", so Hagenhofer.

"Gerade in Zeiten sinkender Geburtenraten müssen wir bestrebt sein, jede Einzelne und jeden Einzelnen bestmöglich zu fördern und dafür zu sorgen, dass ALLE Kinder ihre Chance haben, nach dem Abschluss ihrer Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Denn sie sind unser Zukunftspotenzial", so die Abgeordnete abschließend. (Schluss) cs/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0008