"Ärzte sind häufig schlecht qualifiziert" / Der Verbandschef der Angestellten-Krankenkassen, Herbert Rebscher, will mehr Druck auf Mediziner und Kliniken ausüben - Beitrag in Reader's Digest

Stuttgart (OTS) - Der Streit um eine Reform des deutschen Gesundheitswesens verschärft sich. "Ärzte behandeln in Praxen und Kliniken oft unnötig und unwirksam", schreibt Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) im Magazin Reader's Digest (Oktober-Ausgabe). In dem Beitrag für das Magazin erinnert Rebscher daran, dass Deutschland bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf nach den USA und der Schweiz zwar Weltspitze sei, die Ergebnisse aber nur mittelmäßig ausfielen. Unter den Ärzten seien "zu viele Einzelkämpfer, wenig geordnete Zusammenarbeit und Kooperation". Insofern brauche das Gesundheitssystem nicht mehr Geld, sondern: "Wir müssen das vorhandene besser einsetzen, die Ergebnisse müssen optimiert werden, zum Wohl der Patienten."

Wie sehr es in Deutschland laut Rebscher eine "Über-, Unter- und Fehlversorgung" mit Ärzten gibt, macht der VdAK-Chef am Beispiel der Brustkrebsbehandlung fest. 46.000 Frauen würden jährlich daran in Deutschland erkranken, 19.000 sterben deswegen. "Viele Todesfälle wären jedoch vermeidbar durch rechtzeitige Diagnose und richtige Therapie." Statt dessen gebe es immer wieder Mängel in der Früherkennung, die dann zu unnötigen Brustamputationen führten. Der Chef des Spitzenverbandes geht in seiner Kritik sogar noch ein Stück weiter. "Ärzte sind häufig schlecht qualifiziert oder haben veraltete Geräte. Das führt zu einer hohen Rate falscher Befunde", beklagt Rebscher am Beispiel der Brustkrebsdiagnose die Arbeit mancher Mediziner. Rebscher fordert deshalb, die Qualifikation der Mediziner, die Mammografien anbieten, zu verbessern, den Informationsaustausch auszubauen und eine regelmäßige Fortbildung zur Pflichtaufgabe für Ärzte zu machen. Den Erfolg gelte es in einer Prüfung festzustellen.

Oberstes Ziel aller Reformen müsse sein, eine "mehr qualitäts- und ergebnisorientierte Versorgung" der Patienten zu erreichen. Dazu gehöre, bei der Vergütung von Ärzten und Kliniken Anreize für eine gute Versorgung zu schaffen. "Es ist zu überlegen, ob man künftig diejenigen besser honoriert, die ihre Behandlung nach bestimmten vertraglich vereinbarten Abläufen ausrichten und die dadurch auch eine gute ärztliche Versorgung garantieren." Die Krankenkassen, so der VdAK-Vorstandsvorsitzende, bräuchten jedenfalls dringend mehr Handlungsspielraum: "Es sollte ermöglicht werden, Krankenhäusern und Ärzten Verträge zu kündigen, wenn deren Qualität erwiesenermaßen schlecht ist."

Für nähere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Oktober-Ausgabe von Reader's Digest ist ab dem 30. September 2002 an zentralen Kiosken erhältlich.

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