Vienna Region: Zusammenarbeit wird weiter intensiviert

Wien beteiligt sich an TZ Neusiedl am See

Wien (OTS) - Die "Vienna Region" nimmt zunehmend auch auf organisatorischer Ebene Gestalt an. Am Freitag erfolgte der Spatenstich für das neue Biotech-Technologiezentrum Neusiedl am See. Über die WWFF-Tochter ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) ist die Stadt Wien mit rund 360.000 Euro an dem Projekt, für das 14,5 Mio. Euro veranschlagt sind, beteiligt. Im Gegenzug beteiligt sich das Land Burgenland an Projekten in Wien. Diese "symbolischen" Verflechtungen, die auch zwischen Wien und Niederösterreich stattfinden, sind Teil eines derzeit statt findenden Verschmelzungsprozesses innerhalb der Vienna Region. Ziel ist es, die spezifischen Stärken der jeweiligen Standorte optimals zu nutzen, den Standortwettbewerb innerhalb der Vienna Region zu reduzieren und so einen optimalen gemeinsamen Gesamtauftritt auf internationaler Ebene zu ermöglichen.

Die Details zum Technologiezentrum Neusiedl am See präsentierten am Freitag Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl, Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder sowie der Burgenländische Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Karl Kaplan. Beim Mediengespräch anwesend waren auch der Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungfonds (WWFF), D.I. Dr. Bernd Riessland sowie der Vorstandsdirektor der Burgenländischen Betriebsansiedlungsgesellschaft WiBAG, Peter Schmitl.****

Vienna Region: Stärken der Standorte maximal nutzen

Im Vorfeld der Erweiterung der Europäischen Union muss sich auch die Vienna Region neu positionieren. Flächen- und lohnintensive Tätigkeiten verlagern sich zunehmend in benachbarte Regionen außerhalb der derzeitigen EU-Außengrenzen. Deshalb müssen bereits heute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen erarbeitet werden, um die spezifischen Stärken der Region wie Kultur, Information- und Kommunikationstechnologien, Biotechnologie, Werkstofftechnik oder Logistik maximal zu nutzen.

Burgenland beteiligt sich an "Vienna Region"-Gesellschaft

Zusätzlich zu der schon weit fortgeschrittenen Bewusstseinsbildung festigt sich die Vienna Region zunehmend auch auf institutioneller Ebene. Das Burgenland wird sich nämlich an der gemeinsamen Managementgesellschaft der Vienna Region, der "Vienna Region Beteiligungs Management Gesmbh" beteiligen. Bisher wurde die Gesellschaft zu jeweils 50 Prozent vom ZIT (Wien) und der ECO-Plus (NÖ) gebildet. Künftig wird die Verteilung 37 (W), 37 (NÖ) und 26 Prozent (Bgld.) lauten.

"LISA Vienna Region": Niederösterreich und Burgenland sind nun dabei

Eine Stärkung der Vienna Region erfolgt auch im Rahmen der Biotech-Initiative "LISA (Life Science Austria) Vienna Region". Diese ist eine Arbeitsgemeinschaft des ZIT mit der Innovationsagentur des Bundes. Aufgaben von LISA Vienna Region sind unter anderem Ausbildungsaktivitäten für Forscher, Marketing, Awareness-Veranstaltungen, die Beratung von Unternehmen bei der Erstellung von Business-Plänen, Patentierungen, Lizensierungen und die Finanzierung von innovativen Aktivitäten. Bis Ende des Jahres sollen Niederösterreich und das Burgenland offiziell an LISA Vienna Region teil nehmen.

LISA ist ein österreichweites Impulsprogramm mit einem Schwerpunkt auf die Vienna Region, wo 80 Prozent aller österreichischen Biotech-Unternehmen angesiedelt sind. Allein die Stadt Wien hat seit 1997 72,7 Mio. Euro in den Biotech-Bereich investiert. Bis 2005 werden nochmals rund 64 Mio. für Aktivitäten in dieser Zukunftsbranche zur Verfügung gestellt. Allein für die Bundeshauptstadt gibt es bis 2010 ein Potenzial von 10.000 zusätzlichen Jobs. In den letzten drei Jahren haben sich rund 20 international erfolgreiche Start-up-Unternehmen entwickelt bzw. sich in Wien angesiedelt. Momentan sind allein am Biotech-Standort Wien mehr als 2000 Personen im Forschungs- und Entwicklungsbereich tätig, 3000 StudentiInnen studieren in einschlägigen Fachrichtungen.

Vorteile durch die Beteiligung am Technologiezentrum Neusiedl am See

Die wirtschaftliche Verknüpfung durch die Beteiligung Wiens am Technologiezentrum Neusiedl am See ermöglicht einen möglichst sparsamen Einsatz öffentlicher Ressourcen für die Schaffung von Bildungs- Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstrukturen.

Die Effizienz des öffentlichen Mitteleinsatzes ergibt sich im wesentlichen aus folgenden Gründen:

o Vermeidung eines Förderwettbewerbes zwischen den Gebietskörperschaften innerhalb der Vienna Region (Kompetenzzentren, Forschungsförderung, Unternehmensgründungen usw.).
o Keine Doppelgleisigkeiten bei der Schaffung von Ausbildungsstätten wie z.B. Fachhochschulen.
o Reduzierung von Verwertungsrisiken bei Technologiezentren durch gegenseitige Konkurrenzierung.
o Managementstrukturen für Technologiepolitik müssen nur einmal aufgebaut und bezahlt werden, z.B. Cluster, Fachkompetenz für Technologiezentren.
o Produkte aus Hochtechnologiebereichen werden in der Regel nicht von Einzelbetreiben erzeugt, sondern entstehen in Produktionsketten über mehrere Betriebe in verschiedenen Bundesländern. Gezielte Förderungen können aber nur bei Unterstützung aller Betriebe in der Kette durch entsprechende Ausbildungs-, Forschungs- oder Finanzierungsmodule geleistet werden.
o Bessere Zusammenarbeit mit Nachbarregionen (Tschechien,
Slowakei, Ungarn), weil innerösterreichischer Abstimmbedarf reduziert wird.

Das Technologiezentrum Neusiedl am See

Das TZ Neusiedl am See wird sich dem Schwerpunktthema Biotechnologie widmen. Das Zentrum wird über 10.600 Qudratmeter Bruttonutzfläche verfügen, wovon etwa 8.500 Qudratmeter als vermietbare Fläche zur Verfügung stehen. Die Gesamtprojektkosten betragen rund 14,5 Mio. Euro. (Schluss) nk

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