"Kleine Zeitung" Kommentar: "Reichholds Problem" (Von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 27.09.2002

Graz (OTS) - Mathias Reichhold mag ein fähiger Verkehrsminister sein, ein Wunderknabe ist er nicht. Jetzt ist er auch noch Parteichef und Wahlkämpfer und da braucht er - koste es, was es wolle - herzeigbare Erfolge. Der forsch verkündete Durchbruch mit Italien in Sachen Transitverkehr mag das Image des Wahlkämpfers heben, die wichtige Transitfrage hat er nicht befördert.

Denn in Rom gab es nur nette Worte und Absichtserklärungen, zählbare Ergebnisse sind nicht zu erkennen. Besonders hellhörig machen die Reaktionen der Italiener. Keine eruopäische Regierung steht so unter dem Druck der Frächterlobby wie die in Rom. Wenn diese von Sieg im Transitstreit redet, kann das für die österreichischen Interessen nur bedrohlich klingen.

Reichhold hat dennoch eine winzige Chance auf einen zählbaren Erfolg. Dazu könnte ihm ausgerechnet der Wahlsieg von Rot-Grün in Deutschland verhelfen. Schröders Koalition ist den Frächtern nicht so hörig, wie es ein Kabinett Stoiber wäre.

Beim Dreiergipfel am 11. November muss Reichhold jedenfalls anderes im Kopf haben als den Wahlkampf. Sonst bleibt vom selbst ernannten Wunderknaben nur ein Kasperl übrig, der den Faschingsbeginn feiern kann. ****

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