Wahnsinn stoppen! Administration verschlingt gesamte Ambulanzgebühr

Linz (OTS) - Als Schnellschuss, bei dem keine Sekunde an die
Folgen gedacht wurde, entpuppt sich mehr und mehr die Änderung zur Ambulanzgebühr. Berechnungen der OÖ Gebietskrankenkasse haben ergeben, dass die Administrierung der neuen Regelung mehr kostet als durch die Ambulanzgebühr hereinkommt. OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden. Das ist weder den Patienten noch den Mitarbeitern unseres Hauses zuzumuten." Die Ambulanzgebühr solle sofort ersatzlos abgeschafft werden.

Die neue Ambulanz-Regelung, die ab 1. Oktober wirksam werden soll, besticht durch unklare Formulierungen, die jede Menge Auslegungen zulassen und umfangreiche Erhebungen notwendig machen. Das Gesetz spricht nun von "angemessener Entfernung", "anderweitiger medizinischer Versorgung" und "vergleichbar schwerwiegenden Krankheiten", die eventuell zu einer Befreiung von der Ambulanzgebühr führen. Eine Einschätzung darüber, wer die Umstände auf welche Art überprüfen soll, bleibt der Gesetzgeber schuldig.

Nach dem Stand der Dinge werden die Krankenkassen beispielsweise in jedem einzelnen Fall überprüfen müssen, ob zur Ambulanz-Behandlung nicht in "angemessener Entfernung" ein entsprechendes medizinisches Angebot bei einem niedergelassenen Arzt zur Verfügung gestanden wäre - etwa, ob die in Frage kommenden Ärzte am fraglichen Tag auch wirklich ordiniert haben und ob sie Behandlungskapazitäten frei hatten.

Unter der Annahme, dass aufgrund der neuen Regelung für rund die Hälfte der bezahlten Ambulanzgebühren ein Rückerstattungsantrag gestellt wird und die Bearbeitung eines Falles zwischen einer viertel und einer halben Stunde dauert, fallen für die OÖ Gebietskrankenkasse mehr als sechs Millionen Euro an Verwaltungskosten an. Zum Vergleich:
Die Gesamteinnahmen an Ambulanzgebühren haben sich bisher auf 5,3 Millionen Euro belaufen. Damit übersteigen alleine die Verwaltungskosten der Rückabwicklung die gesamten Einnahmen bei weitem. Allein die Aufarbeitung dieser Ambulanzfälle wird rund 288.000 Arbeitsstunden verschlingen. Das heißt umgerechnet, fünf Dreißigjährige müssten bis zu ihrer Pensionierung an nichts anderem arbeiten. Unabhängig von dieser Berechnung fallen immense zusätzliche Verwaltungskosten in den Spitälern an.

Obmann Oberchristl: "Man glaubt kaum, dass der Gesetzgeber das ernst gemeint hat. Nun ist die Ambulanzgebühr endgültig reif zur Abschaffung". Es sei nicht einzusehen, dass Patienten und Krankenkassen weiter verärgert und verunsichert würden, ohne dass die Gebühr für irgend etwas gut sei. Oberchristl: "Als reine Beschäftigungstherapie brauchen wir die Ambulanzgebühr nicht. Unsere Leute haben Wichtigeres zu tun."

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