Rotkreuz-Aufruf zur stärkeren Kontrolle von Bio-Waffen

Genf (Rotes Kreuz) - Das Rote Kreuz (IKRK) hat heute in Genf einen Aufruf zur Stärkung der Regeln des internationalen humanitären Völkerrechts veröffentlicht, der die strenge Einhaltung der internationalen Richtlinien für biologische Waffen fordert. Es werden auf der einen Seite die Regierungen aufgerufen, die geltenden Richtlinien einzuhalten bzw. zu ratifizieren, auf der anderen Seite ergeht der Appell auch an die Wissenschaften und die Zivilgesellschaft, sich für die effektive Kontrolle der Regelungen einzusetzen.

Speziellen Grund zur Sorge machen moderne biotechnologische Methoden, die ebenfalls in Waffen implementiert werden könnten. Ethnische Waffen, die nur bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wirken, sollen bereits vor deren Entwicklung verhindert werden.

Drei Beispiele: Durch den Zugriff auf das Erbmaterial können Milzbrand-Erreger (Anthrax) resistent gegen Antibiotika oder UV-Strahlung gemacht werden; Mit derselben Methode können harmlose Mikroben wie E. Coli, mit denen wir täglich zu tun haben, so manipuliert werden, dass sie Krankheiten auslösen; Schließlich könnten Krankheitserreger so manipuliert werden, dass sie nur Menschen mit bestimmten genetischen Merkmalen befallen. Oder dass sie die männliche Bevölkerung einer bestimmten ethnischen Gruppe sterilisieren. Auch Anthrax könnte beispielsweise erst aktiv werden, wenn es auf Menschen mit bestimmten genetischen Eigenschaften trifft.

Das alles ist nicht Science Fiction. Viele namhafte Experten halten die Entwicklung solcher "ethnischer" Waffen heute schon für möglich. Die britische Ärztevereinigung (BMA), immerhin eine der renommiertesten ihrer Art, hat in dieser Sache schon vor drei Jahren die Alarmglocken geläutet.

Im November wird in Genf eine weitere Staaten-Konferenz zur UNO-Biowaffen-Konvention stattfinden. 144 Staaten sind Mitglieder dieser Konvention, welche die Entwicklung, Produktion und Lagerung von Biowaffen verbietet - unter Ihnen als einer der ersten Signatarstaaten auch die Republik Österreich.

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