FP-Herzog: SPÖ soll zynisches Spiel mit dem "Weltkulturerbe" beenden

Projekt Wien-Mitte, überzogene Dachbodenausbauten und das SPÖ-Containerdorf als Missachtung des Wiener Kulturerbes

Wien, 25.09.02 (fpd) - Natürlich braucht Wien die UNESCO-Auszeichnung "Weltkulturerbe" und eine Neugestaltung des desolaten Bahnhofes Wien-Mitte. Es sind jedoch nicht nur die Turmhöhen in Frage zu stellen, sondern auch die architektonische Gesamtgestaltung des Projektes, wie es von der ICOMOS (Welterbekomitee der UNESCO) im Beschluß von Budapest im Juni 2002 festgehalten wurde. Das geplante Projekt ist nicht nur der Höhe wegen, sondern auch auf Grund der Masse des geplanten Riegelbaus eine glatte Fehlplanung. Hier steht nicht architektonischer Gestaltungswillen, sondern allein das Gewinnstreben SP-naher Finanzgruppen im Vordergrund.

Das Welterbekomitee drückt aber auch seine Besorgnis über die Sanierungspraxis in der City aus und fordert die Stadt auf, gesetzliche Bestimmungen zu erlassen, die dem Status als "Weltkulturerbe" gerecht werden. In Zusammenhang damit ist vor allem auf den ausufernden Missbrauch von Dachbodenausbauten hinzuweisen, der drauf und dran ist, der Stadtbildzerstörung Vorschub zu leisten. Ein Blick z.B. in die Kärntner Straße zeigt dies mehr als deutlich. Geschäftsfassaden über zwei Stockwerke, dann zwei Stockwerke Originalfassaden aus der Gründerzeit und darüber mehrstöckige "Dachbodenausbauten" lassen jeden Sinn für eine dem historischen Stadtbild entsprechende Ausgestaltung vermissen. Hier ist auf den unglaubliche Skandal rund um das Hotel "Ambassador" zu verweisen. Diesem verantwortungslosen und von der SP-Mehrheit unterstützten Wildwuchs muß endlich Einhalt geboten werden.

Auch am SP-Containerdorf direkt neben dem Burgtheater zeigt sich die traditionsverachtende Einstellung der SPÖ. Im Bezug auf die Auszeichnung "Weltkulturerbe" ist das ein Zeichen gewollter Missachtung. Es ist aber auch ein Zeichen für den Machtmissbrauch der SP-Mehrheit in Wien. Sie betrachtet die Stadt als ihr Privateigentum und meint, alles und jedes gegen die Interessen der Bürger durchsetzen zu können. Hier ist die fragwürdige Rolle von Prof. Hollein als Vorsitzender des Fachbeirates für Architektur und Stadtgestaltung zu beleuchten, der in dieser Funktion auch alles begutachtet, was der Architekt Hollein einreicht. Diese augenscheinliche Unvereinbarkeit erfordert seinen Rücktritt vom Vorsitz des Fachbeirates.

Im übrigen ist im Zusammenhang mit dem Containerdorf auch die Position des ÖVP-Bezirksvorstehers der Inneren Stadt zu beleuchten, der dringenden Erklärungsbedarf hat. "Vor allem aber ist Bürgermeister Häupl aufgefordert, seine Verantwortung für das ihm anvertraute kulturelle Erbe Wiens wahrzunehmen und die Rufschädigung durch den Verlust des Prädikates "Weltkulturerbe" zu verhindern", schloß Herzog. (Schluß)am

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