OeNB - Entwicklung der inländischen Investmentfonds

Stand: Juni 2002 Quelle: OeNB Investmentfondsstatistik

Wien (OTS) - - Trotz nachgebender Kurse an den internationalen Aktienbörsen blieben Panikverkäufe aus und die Fondsanleger investierten im zweiten Quartal 2002 2,8 Mrd. EUR.

- Per Juni 2002 verwalteten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1.806 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand (verwaltetes Volumen) von 102,2 Mrd. EUR.

- Verursacht durch Kursverluste im Ausmaß von 4,8 Mrd. EUR verringerte sich das in inländische Investmentfonds investierte Kapital (veranlagtes Volumen) im zweiten Quartal um 2,4 Mrd. EUR bzw. 2,6% und betrug per Ende Juni 2002 89,6 Mrd. EUR.

Trotz nachgebender Aktienmärkte, unsicherer Konjunkturentwicklung und der fortgesetzten Enthüllung von Bilanzmanipulationen in Amerika wurden im ersten Halbjahr von Privaten 4,1 Mrd. EUR und von institutionellen Investoren ein Volumen von 3,8 Mrd. EUR in Investmentzertifikate neu veranlagt.

Selbst in dem von Währungs- und Kursverlusten stark belasteten zweiten Quartal wurde in Publikumsfonds 2,20 Mrd. EUR und in Spezialfonds 0,61 Mrd. EUR investiert. Auch bei der Kategorie Aktienfonds blieben Panikverkäufe aus, die Anleger blieben gelassen und veranlagten zusätzlich 0,78 Mrd. EUR. In gemischte Fonds wurden 0,39 Mrd. EUR investiert. Rentenfonds wurden um 1,65 Mrd. EUR aufgestockt.

Das starke Interesse an Investmentfonds zeigt sich auch im Vergleich mit der Einlagenentwicklung der Nichtbanken. So zeigte die Summe aus Sicht-, Termin- und Spareinlagen bei Kreditinstituten gegenüber März 2002 eine Abnahme von 0,78 Mrd. EUR, wobei die Abnahme der Spareinlagen von 1,30 Mrd. EUR maßgeblich für diese Entwicklung verantwortlich war.

Verursacht durch nachgebende Kurse an den internationalen Aktienbörsen und Währungsverluste gegenüber dem USD verringerte sich der Vermögensbestand (verwaltete Volumen) an inländischen Investmentzertifikaten im zweiten Quartal 2002 um 2,6 Mrd. EUR bzw. 2,5%.

Per Juni 2002 verwalteten die 23 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften mit ihren 1.806 aufgelegten Investmentfonds einen Vermögensbestand von 102,2 Mrd. EUR.

Bereinigt um die vor allem in Dachfonds enthaltenen inländischen Investmentzertifikate, die eine Doppelzählung bei der Betrachtung des veranlagten Volumens darstellen würden, betrug das Investitionsvolumen in inländischen Investmentfonds 89,6 Mrd. EUR.

Durch nachgebende Kurse an den internationalen Aktienbörsen kam es im zweiten Quartal zu einer Abnahme des veranlagten (bereinigten) Volumens um 2,4 Mrd. EUR bzw. 2,6%. Bedingt durch hohe Mittelzuflüsse (5,1 Mrd. EUR) und noch moderaten Kursgewinnen im ersten Quartal weist das erste Halbjahr 2002 insgesamt eine schwache Zunahme des in Investmentfonds investierten Kapitals von 2,7 Mrd. EUR bzw. 3,2% aus.

Erzielten die Investmentfonds im ersten Quartal noch Kursgewinne von 571 Mio. EUR so verzeichneten sie im zweiten Quartal Kursverluste von 4,76 Mrd. EUR. Die Aktienfonds wiesen dabei Verluste in der Höhe von 3,68 Mrd. EUR und die gemischten Fonds 1,87 Mrd. EUR auf. Rentenfonds konnten geringe Kursgewinne von 0,79 Mrd. EUR erzielen.

Von den insgesamt 475 Aktienfonds entwickelten sich im ersten Halbjahr 2002 451 Fonds (95%) negativ. Von den gemischten Fonds waren 91% negativ und auch bei den Rentenfonds wiesen ein Viertel der Fonds eine negative Performance auf, wobei bei international anlegenden Fonds Währungsverluste (EUR/USD Dezember 2001 bis Juni 2002: -12%) die negative Kursentwicklung verstärkten.

Gemessen am Vermögensbestand Dezember 2001 ergibt sich eine Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds von -4,24%. Dabei verzeichneten Aktienfonds sogar eine negative Performance von -19,5%, gemischte Fonds ein Minus von -2,9% und lediglich die Rentenfonds wiesen von Dezember 2001 bis Juni 2002 einen Kursgewinn von 2,2% auf.

Ende Juni 2002 wurden in Publikumsfonds ein Volumen von
69,8 Mrd. EUR und in Fonds, die für institutionelle Investoren aufgelegt wurden (Spezialfonds), ein Volumen von 32,4 Mrd. EUR verwaltet. Bei der Entwicklung des Vermögensbestandes der beiden Fondskategorien zeigte sich im ersten Halbjahr 2002 bei den Publikumsfonds eine Abnahme des Vermögensbestandes um 0,3 Mrd. EUR (0,4%) und bei den Spezialfonds eine Zunahme von 3,8 Mrd. EUR (13,2%). Der starke Anstieg der Spezialfonds wurde hauptsächlich durch neu aufgelegte Fonds verursacht.

Hinsichtlich der Veranlagungsstruktur der Investmentfonds dominieren mit einem Anteil von 62,1% die Rentenwerte, gefolgt von Investmentzertifikaten mit 16,6% und den Aktien und Beteiligungspapieren mit 16,4%.

Der Vermögenszuwachs im ersten Halbjahr 2002 wurde, bedingt durch die starken Kursverluste an den Aktienbörsen, mit +5,5 Mrd. EUR von den Rentenwerten getragen, wobei ausschließlich die ausländischen Rentenwerte mit +5,8 Mrd. EUR zu diesem hohen Anstieg beitrugen. Die inländischen Rentenwerte nahmen hingegen um 0,26 Mrd. EUR ab. Aktien und Beteiligungspapiere verringerten sich um 1,9 Mrd. EUR (10,3%) wobei die inländischen Aktien und Beteiligungspapiere einen nahezu unveränderten Stand aufwiesen. Auch bei den Investmentzertifikaten zeigte sich eine Abnahme der ausländischen Werte ( 0,54 Mrd. EUR bzw. -11,2%) während die inländischen Fonds eine geringe Zunahme von 0,72 Mrd. EUR bzw. 6,0% aufwiesen.

Die stetige Verlagerungstendenz von Inlands- zu Auslandsveranlagungen wurde im Berichtsquartal durch Kurs- und Währungsverluste der ausländischen Werte unterbrochen.

Das Verhältnis Inlandsveranlagungen zu Auslandsveranlagungen betrug per Juni 2002 31,7% zu 68,3%.

Rentenwerte1) 63.501 62,1 57.979 58,7 5.522 9,5 Aktien u. Beteiligungs- Papiere ..... 16.743 16,4 18.667 18,9 -1.924 -10,3 Investment- Zertifikate . 16.928 16,6 16.746 17,0 182 1,1 sonstige Vermögensanl. 5.018 4,9 5.341 5,4 -323 -6,0

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