Wiener GPA-Frauen: Gleiches Geld für gleiche Leistung

Aktionswoche im Vorfeld der Kollektivvertragsverhandlungen

Wien (GPA). Aktuell verdienen Frauen durchschnittlich um 31 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die GPA-Frauen sehen im Kollektivvertrag ein wichtiges Instrument zur Beseitigung dieser Diskriminierungen und zur Stärkung und Durchsetzung von Gleichstellung im Betrieb. Rund um die beginnenden Kollektivertragsverhandlungen machen die Wiener GPA-Frauen daher im Rahmen einer öffentlichen Aktion, am 28. September in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr, in der Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße (Ecke Bonygasse) auf ihre Forderungen aufmerksam.++++

Die GPA-Frauen fordern im Rahmen der Kollektivvertragspolitik Maßnahmen, die der Schlechterstellung von Frauen in der Einkommensentwicklung effektiv entgegenwirken. Kernpunkte dabei sind etwa das Beseitigen diskriminierender Elemente im Kollektivvertrag (wie z.B. die Rückreihungsmöglichkeit von Teilzeitbeschäftigten), klare Einstufungskriterien, Tätigkeitsbewertungen nach Gender-Kriterien, umfassende Weiterbildungs- und Frauenförderungsmaßnahmen, ein Mindesteinkommen von 1100,- Euro, das Weiterlaufen der Vorrückung auch während der Karenz oder das Recht auf Teilzeit- und Rückkehr auf Vollzeitbeschäftigung.

Außerdem ist ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in den Kollektivvertragsverhandlungsteams der Dienstgeber- und Dienstnehmerseite wichtig, damit auch Frauen ihre spezifischen Betroffenheiten und konkreten Lösungsvorschläge direkt einbringen und selbst vertreten können.

Die "Sozialpolitik" des Herrn Frauenministers Haupt hat uns in der Frage der Gleichstellung von erwerbstätigen Frauen und Männern leider einen deutlichen Rückschritt gebracht. So sind beispielsweise Budgetmittel für Kinderbetreuungseinrichtungen und Qualifizierung von Wiedereinsteigerinnen dem Sparstift der Regierung zum Opfer gefallen, genauso wie tiefe Einschnitte in Arbeitszeitregelungen gerade Frauen besonders negativ betroffen haben. "Wir GPA-Frauen werden jedenfalls alles daran setzen, die Ungerechtigkeiten in der Einkommensfrage aufzuzeigen und konkrete Lösungsvorschläge wirksam in die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen einbringen", zeigt sich die Wiener GPA-Frauenvorsitzende Ilse Fetik kämpferisch und wünscht sich eine starke Unterstützung bei der Straßenaktion der Wiener GPA-Frauen am 28. September.

ORT: Ecke Meidlinger Hauptstraße/Bonygasse , 1120 Wien
ZEIT: Samstag, den 28. September 2002, 10.00 bis 12.00 Uhr

ÖGB, 25. September 2002
Nr. 725

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GPA
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