FP-Strache: Wien-Mitte: Weltkulturerbe statt Stadtbildzerstörung!

Die SP-Stadtverantwortlichen haben die UNESCO offenbar vorsätzlich falsch informiert - politische Konsequenzen sind unumgänglich!

Wien, 25-09-2002 (fpd) - Das Schandprojekt Wien-Mitte, das die Wiener Landespolitik bereits seit Jahren beschäftigt, ist um eine weitere Facette in ihrem unwürdigen Schauspiel reicher geworden, berichtete FP-Landesobmann-Stellvertreter GR Heinz-Christian Strache im Zuge seines heutigen Debattenbeitrages während der aktuellen Stunde zum Thema "Weltkulturerbe oder Hochhausprojekt Wien-Mitte".

Anhand einer schriftlichen Stellungnahme der österreichischen UNESCO-Kommission legte Strache offen, daß die Stadt Wien von allem Anfang an dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) das wahre Ausmaß der zu erwartenden Stadtverschandelung durch das Betonmonsterprojekt verschwiegen hat.

Während der Vor-Ort-Besichtigung der Stadt Wien durch ICOMOS im Februar 2001 wird das "Projekt Wien-Mitte" zwar "beiläufig" erwähnt, im abschließenden Expertenbericht findet es jedoch keine Erwähnung. Dieser Bericht hält jedoch fest, daß "ICOMOS weiterhin den Schutz und die Kontrolle des betreffenden Gebietes als notwendig erachtet". (Nevertheless wishes to emphasize the importance of the further development of appropriate instruments for the protection and the control of changes in all structures pertaining to the nominated area)

Strache stellte in diesem Zusammenhang fest, "daß zu diesem Zeitpunkt der Flächenwidmungsplan bereits über ein halbes Jahr lang beschlossen war und es stellt sich dabei die Frage, warum ICOMOS von den Wiener Stadtverantwortlichen der damaligen SPÖ-ÖVP Koalition nicht informiert wurde."
Erst im November 2001 erfuhr ICOMOS durch den Experten Jukka Jokiletho erstmals, daß das Wien-Mitte-Projekt Turmhöhen von 97 Metern einschließe. Die Stadt Wien informierte die UNESCO jedoch dahingehend, daß noch keine Entscheidung hinsichtlich des Projekts gefallen sei.

Diese Vorgehensweise sei insofern in schiefem Licht zu sehen, da Bürgermeister Häupl im Dezember 2001 zwar die Prädikatsverleihung "Weltkulturerbe" über den PID bejubelte jedoch gleichzeitig feststellte, daß die Höhenentwicklung der Projekts "nur in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Projektbetreiber möglich" sei. Damit, so Strache, sei eindeutig erwiesen, daß die Stadt Wien sehr wohl über ein "Projekt" informiert gewesen ist und die UNESCO darüber vorsätzlich nicht aufgeklärt wurde. Die UNESCO ging also bei der Sitzung des Welterbe-Komitees in Helsinki im Dezember 2001, bei der Wien in die Schutzliste aufgenommen wurde, von der Tatsache aus, daß das Projekt Wien-Mitte noch nicht entschieden sei.

Die kreative Wahrheitsauslegung der Stadt Wien findet im Juli 2002 einen weiteren Höhepunkt, da nämlich der UNESCO mittels Brief mitgeteilt wird, daß auf Grund des vom Wiener Gemeinderat im Frühjahr 2002 beschlossene Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, "...für das private Bauträgerkonsortium ... ein Rechtsanspruch auf Konsumtion der darin enthaltenen Bebauungsbestimmungen bestehe".
Vor diesem Hintergrund merkte Strache an, daß der Flächenwidmungs-und Bebauungsplan nicht - wie von den Stadtverantwortlichen fälschlicherweise behauptet - im Frühjahr 2002 sondern bereits am 4.Mai 2000 beschlossen wurde.

Die freiheitlichen Bedenken gegen das Hochhausprojekt Wien-Mitte wurden von den politischen Mitbewerbern stets belächelt bzw. mit Polemik und niveaulosen Untergriffen vom Tisch gewischt. Durch die nunmehrige Beweislage stellt sich sowohl die Kritik an der FPÖ aber auch die Stellungnahmen der anderen Parteien und der Wiener Stadtregierung in einem völlig neuem Licht dar. (Schluß) jen

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