Onodi: Wienerwald nicht in den Nationalratswahlkampf ziehen

Wienerwald: Studie über Möglichkeit eines Biosphärenparks bringt neue Diskussionsgrundlage und wissenschaftliche Aufbereitung

St. Pölten, (SPI) - "Der Schutz des Wienerwalds bzw. die Abschätzung seiner künftigen Entwicklung bzw. seines Schutzcharakters sind ein viel zu wichtiges Thema, um in den Nationalratswahlkampf hineingezogen zu werden. In der Diskussion über die Zukunft des Wienerwaldes fallen immer wieder die Begriffe Nationalpark und Biosphärenpark, sie werden gegeneinander ausgespielt und miteinander verwechselt. Derzeit ist eine von Niederösterreich und Wien in Auftrag gegebene Studie in Ausarbeitung die klären soll, inwieweit der Wienerwald oder Teile davon als ‚Biosphärenpark' einen neuen Schutzcharakter erhalten könnten. Man sollte das Ergebnis dieser Studie wirklich abwarten, damit man auf Basis einer neuen wissenschaftlichen Grundlage auch die entsprechenden Schlüsse ziehen kann", so Niederösterreichs Naturschutzreferentin LHStv. Heidemaria Onodi zu jüngsten Aussagen zum Thema "Nationalpark Wienerwald".****

Seit Menschengedenken wird der Wienerwald land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Bewirtschaftung prägt und sichert die Landschaft in ihrer Einzigartigkeit bis heute. Mit dem raschen Wachstum der Siedlungstätigkeit südlich von Wien wurde jedoch auch eine neue Nutzungsart, nämlich jene der Erholungsnutzung ausgeweitet. Um diese Entwicklung zu begleiten wurde vor genau 40 Jahren der erste österreichische Naturpark in Sparbach eingerichtet. Ziel war es, den Besucherstrom zu lenken, Teile der Landschaft überhaupt freizuhalten und andererseits durch Bildungseinrichtungen, Spielplätze und Tiergehege die Landschaft aufzubereiten und die Erholungssuchenden für die Natur zu sensibilisieren. Naturschutz und Freizeitnutzung standen nicht mehr gegeneinander, sondern wurden zusammengeführt. Im Wienerwald bestehen derzeit 4 Naturparks im Gesamtausmaß von rd. 11.000 Hektar.

"Die Schaffung von Biosphärenreservaten, heute Biosphärenparks, war eine Idee der UNESCO, der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen. Die Errichtung eines weltweiten Netzes von Biosphärenparks war eines der Projekte des Programms "Der Mensch und die Biosphäre", das 1970 gestartet wurde. Biosphärenparks sollen Gebiete schützen, in denen Natur- und Kulturlandschaftsteile nebeneinander vorkommen. "Sie dienen vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt", so die NÖ Naturschutzreferentin. In ihnen soll beispielhaft die Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen erfolgen. Gemeinsam mit den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen sollen beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung erarbeitet werden. Weltweit gibt es derzeit 411 Biosphärenparks in 94 Ländern. 5 davon liegen in Österreich.

"Ich möchte daher abseits aller politischen Diskussionen die bestmögliche Grundlage für eine ev. Ausweitung von Schutzmaßnahmen für den Wienerwald erarbeiten lassen. Ebenso lehne ich jede Verunsicherung der Bevölkerung des Wienerwalds und der dort ansässigen Landwirtschafts- und Wirtschaftsbetriebe ab. Der Wienerwald soll nicht Wahlkampfthema werden - dafür ist das Thema zu wichtig und uns der Wienerwald als Kulturgut Österreichs zu wertvoll", so Onodi.
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