Titel: Pjeta kritisiert IWI-Gesundheitskosten

Ärztepräsident hält Berechnung der Industriewissenschafter für nicht nachvollziehbar und verwirrend - offizielle Daten sehen Österreich bei Gesundheitskosten an 14. Stelle - grosser Reformbedarf im Gesundheitswesen

Wien (OTS) - Nicht nachvollziehbar und daher höchst irreführend sind nach Ansicht des Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, die jüngst auf einer Tagung des Versicherungsverbandes vom Industriewissenschaftlichen Institut der WU-Wien präsentierten österreichischen Gesundheitskosten. "Die Aussage der Studienleiterin Eva Pichler, wonach Österreich ein sehr teures Gesundheitssystem habe, widerspricht allen offiziellen, nationalen und internationalen Daten", stellte der Ärztepräsident Dienstag in einer Aussendung fest.

Es bestehe der Verdacht, dass Aufwändungen berücksichtigt wurden, die nach OECD-Standard in keinem Land zu den Gesundheitskosten gerechnet würden. Im Besonderen spricht Pjeta "gesundheitsferne" Komponenten wie die Seniorenversorgung und Pflegeheime an. "Es handelt sich bei der Berechnungsmethode der Wirtschaftsuniversität um einen singulären Ansatz, der Verwirrung und Unsicherheit stiftet."

Man müsse sich an den offiziellen Zahlen orientieren: Die österreichischen Gesundheitskosten haben im Jahre 2000 mit 8,0 Prozent einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der in der Mitte der Industriestaaten liegt. Der Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben am BIP beträgt nach den offiziellen Unterlagen der Statistik Austria auf der Grundlage des international vergleichbaren OECD-Standards 5,6 Prozent. Wie bei den Gesamtausgaben liegt Österreich auch hier an der 14. Stelle im internationalen Vergleich.

Pjeta hält die Präsentation des Datenmaterials durch das Industriewissenschaftliche Institut der WU-Wien gerade in Zeiten, da Österreich zunehmend Zeichen der Unterfinanzierung im Gesundheitssystem spüre, für "äußert bedenklich". Sollte es nach Ansicht der Experten notwendig sein, die Berechnungsmethoden auf neue Basis zu stellen, dann sei jedenfalls der internationale Gleichklang zu suchen. Nur so könne man seriös Zahlen veröffentlichen. Zustimmung kommt vom obersten österreichische Ärztevertreter zur Ansicht, dass es in unserem Lande dringend einer umfassenden Reform bei Finanzierung und Struktur im Gesundheitswesen bedürfe. (Schluss)

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