SeniorInnenangebote der Stadt Wien

Wien (OTS) - In Wien leben 345.000 Wienerinnen und Wiener, die älter als 60 Jahre sind. Etwa 95.000 davon sind älter als 80 Jahre und ca. 37.000 sind älter als 85 Jahre. "Diese Zahlen zeigen, dass es sich bei den SeniorInnen um eine höchst heterogene Gruppe mit den unterschiedlichsten Wünschen und Bedürfnissen handelt. Daher umfasst die SeniorInnenpolitik der Stadt Wien eine sehr große Bandbreite, von der 50+ Generation bis zu den Hochbetagten, und deckt deren jeweilige Anforderungen gezielt ab", sagte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag im Rahmen des Bürgermeister-Mediengesprächs. Beruflicher Ruhestand bedeutet nicht automatisch "verordnete Ruhe". Viel mehr kann es auch bedeuten, endlich das tun zu können, was man möchte. Den Hobbys nachgehen können, all die Dinge zu tun, für die im Berufsalltag viel zuwenig Zeit geblieben ist. Die Möglichkeiten und Angebote in Wien sind vielfältig, von Bildungsangeboten bis zu reichhaltigen Sport- und Fitnessangeboten. Ein wichtiger Punkt bei all diesen Möglichkeiten ist, dass sie speziell auf die Bedürfnisse der SeniorInnen abgestimmt sind.

o 4. Wiener Seniorentag

Bereits zum vierten Mal findet am 1. Oktober 2002 von 10 bis 18 Uhr in der Volkshalle und im Arkadenhof des Wiener Rathauses der Wiener Seniorentag (Internationaler Tag der Älteren Generation) statt. Bei freiem Eintritt präsentieren über 50 Vereine und Institutionen ihre "Freizeit-Aktiv-Angebote" für Wiener SeniorInnen. Die Seniorenverbände und -initiativen informieren über ihre Aktivitäten und laden zum Mitmachen ein. Von Fitness und Sport über den großen Bereich der Gesundheit bis zu den vielfältigen Möglichkeiten der Bildungsangebote können von den Fachleuten vor Ort detaillierte Informationen bezogen werden.

Weitere Programmpunkte sind Diskussionsveranstaltungen wie z.B. um 14.00 Uhr "Die Kultur des Teilens" mit Dr. Rotraud Perner.

Zur Unterhaltung wird ein reichhaltiges Bühnenprogramm geboten, so gibt es z.B. ein Zitherquartett, das Heurigen-Duo Zib, Vorführungen von Qi Gong und Westerntanz. Ab 17.00 Uhr zeigt Beate Sunny ihre One-Woman-Show - "Edith Piaf wiederentdeckt” .

Der 4. Wiener Seniorentag wird unterstützt vom Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser "Häuser zum Leben", Wiener Städtische Versicherung, Bank Austria - Creditanstalt.

o "Aktiv bleiben - aktiv werden

Unter diesem Titel präsentiert sich am 19. Oktober in der Zeit von 13.00 bis 18.00 Uhr und am 20. Oktober 2002 in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr eine Sport- und Bewegungsmesse für Wiedereinsteiger und Menschen, die gesund und fit ins hohe Alter kommen wollen. Bei freiem Eintritt wird in der Volkshalle und im Arkadenhof des Wiener Rathauses ein breites Spektrum an Sport- und Fitnessmöglichkeiten präsentiert. Unter dem Motto "Bewegung findet Stadt" beraten Sportmediziner und Leistungsdiagnostiker über alle wichtigen Punkte für ein gesundes und erfolgreiches Training. Weitere Präsentationen von Fitness, Wellness, Tanzen, Schwimmen, Karate, Qi Gong, Yoga, Tai Chi und anderen Trendsportarten sollen Lust und Laune auf Bewegung machen. Prominente Sportler wie der Ex-Tennisprofi Alex Antonitsch geben nützliche Tipps aus der Praxis.

Die Idee und Konzeption dieser Messe stammt von Sportwissenschaftlern der Universität Wien unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Michael Kolb in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro der Stadt Wien, stadt wien marketing gmbH, den Sport-Dachverbänden, diversen Vereinen, Volkshochschulen und privaten Fitnesseinrichtungen.

o Seniorenbüro der Stadt Wien

Im Jahr 1996 wurde in Wien durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl ein Seniorenbeauftragter ernannt und das Seniorenservicebüro eingerichtet. Gleichzeitig wurde auch ein Seniorenbeirat einberufen, in dem alle großen Wiener Seniorenorganisationen Sitz und Stimme haben.

Hauptaufgabe des Seniorenbeauftragten und des Seniorenbüros sind die Information der SeniorInnen, die Koordination der seniorenrelevanten Anliegen und Interessen in allen Bereichen der Verwaltung der Stadt, die Einleitung neuer Initiativen, die Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Wienerinnen und Wiener, aber auch die Bearbeitung von Anfragen, Hinweisen, Anliegen und Beschwerden.

So wurden mehr als ein Dutzend Informationsbroschüren erstellt und laufend aktualisiert. In den letzten 12 Monaten haben mehr als 8.000 SeniorInnen 27.000 Exemplare der Informationen schriftlich oder telefonisch bestellt.

Beim Senioren-Service-Telefon (Telefon 4000-8580) konnten im abgelaufenen Jahr mehr als 3.000 Anfragen beantwortet werden. Aber auch im Internet gibt es einen Senioren-Schwerpunkt, unter http://www.wien.gv.at/senioren/ findet man rasch die gewünschten Informationen. Eine eigene Datenbank für alle seniorenspezifischen Fragen steht auch unter http://sozialinfo.wien.gv.at/ zur Verfügung.

o Gelebte Partizipation

Seit dem Jahr 1998 gibt es in jedem Wiener Bezirk eine/n ehrenamtliche/n BezirksseniorInnenbeauftragten. Diese sind Mitglieder der jeweiligen Bezirksvertretung und werden von den BezirksvorsteherInnen ernannt. Regelmäßig kommen sie zu Sitzungen mit dem Wiener Seniorenbeauftragten zusammen, im Oktober 2002 bereits das 50. Mal. Aufgabe der BezirksseniorInnenbeauftragten ist es, die Anliegen der älteren Generation in den Bezirken zu vertreten. Dies reicht vom Öffentlichen Verkehr über die Parkraumgestaltung bis hin zu Freizeitaktivitäten, betrifft aber auch die Bereiche Pflege und Betreuung.

o SeniorInnen-Seismograph

Ein weiterer Punkt für aktive Partizipation der Wiener SeniorInnen ist die Geburtstagsaktion, bei der die Betroffenen brieflich eingeladen werden, sich mit Anliegen, Problemen und Beschwerden an den Seniorenbeauftragten zu wenden.

Mehr als 2.800 SeniorInnen haben schon von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Bandbreite der Anfragen umfasst finanzielle Probleme genauso wie die Aktivierung von Pflegemaßnahmen, Wohnungsangelegenheiten aber auch den öffentlichen Verkehr oder Freizeitmöglichkeiten.

Ein wichtiger Themenbereich dabei bezieht sich auch auf Abrechnungsmodalitäten, Gebührenermäßigungen und Beihilfen, Kranken-und Pensionsversicherungsfragen, Pflegegeldangelegenheiten und die Anliegen von SeniorInnen mit besonderen Bedürfnissen. In vielen Fällen wurden dem Seniorenbeauftragten aber auch Wünsche, Beschwerden oder Anregungen über so manch persönliche Erschwernisse im Alltag übermittelt. Viele dieser Anregungen wurden rasch erledigt, sodass sich diese Aktion als "echter Seismograf" für die Zufriedenheit der Wiener SeniorInnen erwiesen hat.

o "Häuser zum Leben"

Für SeniorInnen, die sich die Mühen eines eigenen Haushaltes ersparen wollen, gibt es seit nunmehr 42 Jahren die "Häuser zum Leben" des gemeinnützigen Fonds "Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser". Sie sind ein wesentlicher Eckpfeiler in der Palette sozialer Dienstleistungen für ältere WienerInnen.

In den 31 Häusern zum Leben wohnen rd. 9.600 Wiener Seniorinnen und Senioren (das entspricht der Einwohnerzahl von Korneuburg) -selbstständig und individuell im eigenen Appartement, zahlreiche Dienstleistungen (Vollpension, Wohnungsreinigung, Betreuung durch SozialarbeiterInnen, AnimatorInnen, ErgotherapeutInnen u.v.a.) erleichtern ihnen das Leben. Das Konzept des möglichst selbstständigen Wohnens mit seniorengerechter Infrastruktur und hohem Komfort sowie einer Palette von Serviceleistungen übernahmen übrigens auch viele "Seniorenresidenzen".

Denn die wichtigsten Aspekte für das Wohnen im Alter sind Komfort und Geselligkeit sowie vielfältige sinnstiftende Aktivitäten.

Neben den bereits erwähnten Vorzügen ist auch die Sicherheit der qualifizierten Pflege entscheidend. In allen 31 Häusern gibt es jeweils eine Betreuungsstation, außerdem zwei Schwerpunktstationen zur Remobilisation nach Schlaganfallerkrankungen und Knochenbrüchen sowie ein Betreuungszentrum für Demenzerkrankte.

o Sozialer Treff im Grätzel

Die Häuser zum Leben verstehen sich aber auch als Treffpunkte für SeniorInnen aus den umliegenden Wohngrätzeln. Bei abwechslungsreichen Kultur- und Veranstaltungsprogrammen sind auch Gäste herzlich willkommen.

Der beliebte Gästemittagstisch (2001: rd. 88.000 Portionen) bietet zu moderaten Preisen Gelegenheit, sich hin und wieder den täglichen Einkauf und das Kochen zu ersparen und die Qualität der frisch gekochten, abwechslungsreichen Speisen zu genießen. Beim Buffet bzw. der Menüwahl aus 3-4 Menüs fällt das sicher leicht, ganz abgesehen vom Vorzug, in Gesellschaft mit anderen zu speisen.

Die Seniorencafés in den Häusern Wieden, Margareten, Rossau, Trazerberg, Liebhartstal, Am Mühlengrund und - ab 3. Dezember 2002 -auch im Haus Gustav Klimt im 14. Bezirk entwickeln sich zu Kommunikationszentren für die Seniorengeneration mit klassischer Wiener Kaffeehausatmosphäre. Ob nur auf eine Schale großen Braunen oder zu Kartenrunden, Vorträgen, Kulturveranstaltungen u.ä. bleibt jedem selbst überlassen.

o Die Pensionistenklubs der Stadt Wien

Mit 1. Jänner 2001 übernahm das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser die Betriebsführung der 180 Pensionistenklubs mit rd. 15.000 Klubmitgliedern.

Die vielfältigen Aktivitäten der Klubs tragen wesentlich dazu bei, dass ältere Menschen nicht einsam sein müssen. Neben der Möglichkeit zum Plausch bei einer Kaffeejause, handwerklich-kreativem Basteln, Musik und Unterhaltung, Ausflügen und Reisen sorgen auch Angebote seniorenfreundlicher Urlaubsquartiere für eine aktive Freizeitgestaltung.

Bei den Pensionistenklubs erfährt man in Fachvorträgen von ExpertInnen alles über seniorenrelevante Themen, wie Gesundheit und Hygiene im Alter, Pflegegeld, Erbrecht oder die Rechte der SeniorInnen als Konsumenten.

o Lebenslanges Lernen

Die SeniorInnen werden immer aktiver, aber nicht nur körperlich sondern auch geistig. Gerade die neuen Technologien des Alltags wie z.B. das Internet erfordern die Bereitschaft auch im Alter dazu zu lernen oder das Wissen wieder aufzufrischen. Auch dafür bietet die Stadt Wien ein reichhaltiges Angebot. So stehen Internet-Stationen BewohnerInnen und Gästen bereits in fast allen "Häusern zum Leben" zur Verfügung.

Daneben bieten die Volkshochschulen viele Möglichkeiten um das "lebenslange Lernen" zu praktizieren.

Eine spezielle, weil soziale, Art der Freizeitgestaltung bietet die Freiwilligenagentur. Dabei erhalten viele SeniorInnen die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

o Pflege und Betreuung

Vielfältig sind die Angebote der Stadt Wien, wenn um Pflege und Betreuung der älteren Generationen geht. Neben stationären Angeboten wie Geriatriezentren, Pflegeheimen oder geriatrischen Stationen in den Krankenhäusern und den Pensionistenwohnhäusern bieten die mobilen Dienste, die über die MA 47 - Pflege und Betreuung organisiert und finanziert werden, den SeniorInnen die Sicherheit, auch zu Hause entsprechend betreut und gepflegt zu werden. Dazu zählen Heimhilfen, die mobile Krankenpflege, die Hilfsdienste bei Reinigung und Versorgung, aber auch "Essen auf Rädern". Spezielle Angebote wie die geriatrischen Tageszentren runden die Palette ab. Eine eigene gemeinderätliche Geriatriekommission überprüft die bestehenden Maßnahmen.

Spezielle Angebote werden derzeit für ältere MigrantInnen entwickelt, da hier die Angebote der Gesundheitsvorsorge, der Pflege und Betreuung, aber auch der stationären Unterbringung den individuellen ethnischen Lebensumständen angepasst werden müssen.

Durch den Kontaktbesuchsdienst (MA 47, Bezirke) bekommen alle älteren WienerInnen die Möglichkeit, bei einem persönlichen Gespräch in den eigenen vier Wänden über die Angebote der Stadt Wien, besonders aber in den Bereichen Gebührenermäßigungen bzw. Pflege und Betreuung informiert zu werden.

Die Seniorenberaterinnen der MA 47 unterstützen aber auch bei einer möglichst sicheren Ausstattung der eigenen vier Wände. Da 80 Prozent der Stürze der älteren Generation im Wohnhaus bzw. in der Wohnung geschehen, kommt diesem Thema der Seniorensicherheit besondere Bedeutung zu. Führen doch solche Stürze zu Spitalsaufenthalten, aber auch zu den gefürchteten (Oberschenkelhals-) -Brüchen. Hier zeigen die Bemühungen bereits eine positive Wirkung: Seit 1996 konnte die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche in Wien um 12 Prozent vermindert werden (im Bundesbereich plus 8 Prozent). Daher unterstützt die Stadt Wien die Aktion "Sicheres gehen", aber auch die Seniorensicherheitsinitiative des "Österreichischen Seniorenrates".

Allgemeine Informationen:
o Pflege und Betreuung: http://www.wien.gv.at/ma47/homema47.htm (Schluss) mw

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Tel.: 4000/81 199
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