AK: Wenig Bewegung bei Strompreisen am freien Markt

Ein Jahr Strommarkt-Öffnung: Strom jetzt etwas billiger -Liberalisierung rechnet sich aber nicht für Einpersonen-Haushalte

Wien (AK) - Strom ist jetzt etwas billiger, resümiert Gunda Kirchner, Energieexpertin in der AK Wien ein Jahr nach der Strommarkt-Öffnung. Erst mit der Senkung des Netztarifes im April sind in Wien die Strompreise um knapp 4 Prozent gefallen. In Wien erspart sich eine Kleinfamilie nun 18 Euro im Jahr. Kirchner kritisiert, dass es zu wenig Preiswettbewerb gibt, denn Pensionisten-oder Singlehaushalte haben noch immer nichts von einem Stromanbieter-Wechsel, da sie die mengenunabhängigen Grundgebühren stark belasten.

Seit 1. Oktober des Vorjahres können Konsumentinnen und Konsumenten ihren Stromanbieter frei wählen. Eigentlich sollte Strom spürbar billiger werden. Aber anfangs war Strom selbst bei den günstigeren privaten Anbietern durch saftige Zuschläge teurer als vor der Liberalisierung, sagt Gunda Kirchner, Energieexpertin in der AK Wien.

Seit April wurde Strom tatsächlich geringfügig billiger, so Kirchner. Mit der Senkung des Netztarifes um durchschnittlich 8 Prozent sind in Wien die Strompreise um knapp 4 Prozent gefallen. So erspart sich eine Wiener Kleinfamilie in einer Wohnung jetzt 18 Euro im Jahr. Allerdings zahlt sich für Einpersonen-Haushalte (1.000 Kilowattstunden-Verbrauch im Jahr) ein Wechsel zu einem Privatanbieter nach wie vor nicht aus, sagt Kirchner. Denn die Grundgebühren sind mengenunabhängig und belasten solche Haushalte mit geringem Einkommen oder wenig Energieverbrauch überproportional stark. Kirchner: "Es gibt noch zu wenig Preiswettbewerb. Ein wirklicher Preiswettbewerb findet ohnehin erst ab einem Stromverbrauch von rund 2.000 Kilowattstunden im Jahr statt.

Außerdem kritisiert Kirchner, dass einige Nebenleistungen teurer wurden: Wird zB nach mehrmaliger Mahnung dem Konsumenten der Strom abgeschaltet und nach der Einzahlung wieder aufgedreht, kostet das 65 Euro. Ein detaillierter Kontoauszug auf Kundenwunsch kostet 20 Euro.

Als Erfolg verbucht die AK die Schlichtungsstelle, die ab Oktober bei der Regulierungsbehörde angesiedelt sein wird. Konsumenten können sich bei Streitigkeiten, zB mit der Abrechnung, an diese Behörde wenden.

Tipp der AK
Auf der Homepage der AK Wien unter www.akwien.at finden Sie den Strompreis-Rechner. Der AK Tarif-Kalkulator berechnet Ihnen das optimale Angebot.

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