Bartenstein begleitet Klestil bei Italien-Staatsbesuch

Themenschwerpunkte: EU-Erweiterung und bilaterale Handelsbeziehungen

Wien (BMWA/OTS) - Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein begleitet Bundespräsident Dr. Thomas Klestil bei seinem Staatsbesuch vom 24. bis 26. September 2002 nach Italien. Vorgesehen sind Gespräche mit Staatspräsident Ciampi, Ministerpräsident Berlusconi, Senatspräsident Pera und dem Präsident der Abgeordnetenkammer Casini. Bartenstein wird weiters ein bilaterales Gespräch mit Industrieminister Marzano führen und an einem Gedankenaustausch in der italienischen Wirtschaftskammer teilnehmen. Dabei werden die internationale Wirtschaftslage, die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich und Italien, die bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen inklusive dem Tourismus, WTO- und Südosteuropa-Fragen sowie die EU-Erweiterung zur Sprache kommen. ****

Österreich und Italien haben ein gemeinsames besonderes Interesse am Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess in Südosteuropa. "So wichtig die internationale Hilfe für den Wiederaufbau der Region Südosteuropa ist - die EU stellt allein 4,65 Milliarden Euro zur Verfügung - , kann eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung dieser Länder nur durch verstärkten Zufluss ausländischen Kapitals gelingen. Obwohl die Direktinvestitionen in Südosteuropa im vergangenen Jahr um 16 Prozent gestiegen sind, machen sie mit rund 4,5 Milliarden Euro nur etwa 0,6 % der weltweiten FDIs aus, etwas mehr als die Hälfte dessen, was nach Polen gegangen ist. Hier muss gehandelt werden", unterstreicht Bundesminister Bartenstein. So hat Österreich seit Anfang 2002 den Vorsitz im "Compact for Reform, Investment Integritiy and Growth in South East Europe", kurz "Investment Compact", übernommen. Dieser wurde am 11. Februar 2000 in Skopje als eine Schlüsselinitiative im Rahmen des Balkan-Stabilitätspaktes abgeschlossen. Der "Investment Compact" unterstützt die Staaten Südosteuropas bei den notwendigen Wirtschaftsreformen, um den privatwirtschaftlichen Sektor in diesen Ländern nachhaltig zu stärken und damit Wachstum und Entwicklung in den Regionen zu verbessern. Empfängerstaaten sind Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Rumänien, die Bundesrepublik Jugoslawien, Serbien und Montenegro. Eine entscheidende Weichenstellung unter österreichischem Vorsitz war die Unterzeichnung der "Vienna Investment Declaration" durch die Wirtschaftsminister Südosteuropas anlässlich einer Konferenz in Wien am 18. Juli 2002 auf Einladung von Minister Bartenstein. Diese Deklaration richtet sich an die internationale Gemeinschaft und private Investoren und dokumentiert die Bereitschaft der Regierungen der Region, eine Angleichung an die Grundsätze der in der EU und der OECD geltenden Bestimmungen zum Schutz und zur Förderung von Investitionen vorzunehmen.

Italien ist für Österreich der zweitwichtigste Handelspartner nach Deutschland. Die österreichischen Exporte nach Italien betrugen 2001 6,3 Milliarden Euro (+ 4,5% gegenüber 2000), die österreichischen Importe 5,6 Milliarden Euro (+ 5,4% gegenüber 2000). In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres konnten die österreichischen Exporte um weitere 2,1% gesteigert werden.

Rund 200 österreichische Unternehmen sind mit Produktions- und Vertriebsniederlassungen und Zweigstellen, vor allem in Oberitalien, vertreten. In diese Region gehen auch 80 - 90 Prozent der österreichischen Italienexporte. Österreichische Unternehmen haben in Italien über 660 Millionen Euro investiert.

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