Defibrillieren für jedermann

Wien (Rotes Kreuz) - U-Bahnstationen, Wartehallen, Konzertsäle, Supermärkte oder Verkaufsräume - es kann überall passieren: Etwa 10.000 Menschen erleiden jährlich in Österreich einen Kreislaufstillstand, zumeist durch Kammerflimmern. 1.000 Menschen werden jährlich gerettet. "Es könnten aber 4.000 sein, wenn Ersthelfer vor Ort defibrillieren könnten. Das ist das Ziel einer Kampagne des Österreichischen Roten Kreuzes unter dem Titel ‚Gemeinsam machen wir Österreich sicher!'", sagt Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz.
Trotz des sehr gut funktionierenden Rettungsdienstes in Österreich treffen die professionellen Helfer manchmal nicht früh genug am Notfallort ein, um noch Leben retten zu können.

Viele dieser Todesfolgen können nun verhindert werden, …
… denn es gibt eine Lösung: Frühdefibrillation durch Ersthelfer mit Automatischen Externen Defibrillatoren (AED), die rasch verfügbar sind. Das Komplizierteste an dieser neuen Erste-Hilfe-Maßnahme ist die Bezeichnung "Frühdefibrillation". Die Durchführung selbst ist kinderleicht - im wahrsten Sinne des Wortes!
Ist ein Defi(brillator) innerhalb von 2-3 Minuten zur Stelle, weil ein ausgebildeter Ersthelfer die Situation erkennt und entsprechend mit dem Gerät handelt, so steigt die Überlebens-wahrscheinlichkeit des Notfall-Patienten auf bis zu 80%!

Kammerflimmern ist das unkoordinierte "Zucken" der einzelnen Muskelfasern des Herzen - ein Stopp der Blutzirkulation ist die Folge. Durch einen Energieimpuls, der von einem Defibrillator kommt und über Elektroden abgegeben wird, kann der "normale" Herzrhythmus wieder hergestellt werden.

Schunder-Tatzber: "3.000 Menschen könnten jährlich gerettet werden, wenn Österreichweit eine große Anzahl an AEDs und gut ausgebildeten Ersthelfern vorhanden wäre. Ähnlich wie Feuerlöscher sollen diese Geräte überall an öffentlichen Orten angebracht werden".

Jeder ist aufgerufen, mitzutun. Schunder-Tatzber: "In Kursen von vier bis sechs Stunden lernen Sie den richtigen Umgang mit dem Defibrillator und die Durchführung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Wer in seinem Betrieb oder seiner Firma ausgebildete Mitarbeiter hat, erhöht die Sicherheit seiner Mitarbeiter und seiner Kunden. Das Österreichische Rote Kreuz bietet daher ein Komplettangebot an:"

1.) Beratung: Wo werden die Defibrillatoren Sinnvollerweise aufgestellt? Wie lassen sich interne Alarmierungsabläufe optimal an die Gegebenheiten anpassen?
2.) Gerät: Einschulung, jährliche Überprüfung und Garantie
3.) Service: niedrige Preise, einfach zu bedienende, sichere und langlebige Geräte
4.) Ausbildung: Vier- bis sechsstündige Kurse mit individueller Betreuung nach europäisch einheitlichem Ablauf

In Österreich überlebt nur jeder Zehnte einen Kreislaufstillstand. In den USA zeigen Studien in Kasinos, dass jeder Zweite überlebt. Schunder-Tatzber: "Je mehr AEDs und ausgebildete Helfer es gibt, desto sicherer wird Österreich. Betriebe und andere Partner des Österreichischen Roten Kreuzes können so das Überleben bei Kreislaufstillständen im öffentlichen Raum wahrscheinlicher und das Leben danach lebenswerter machen!"

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