"profil": Österreichs Bischöfe waren über NS-Verbrechen informiert

Neues Buch publiziert aus bisher gesperrten Protokollen des Episkopats

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, dokumentieren Protokolle der Bischofskonferenzen aus der NS-Zeit, dass die Bischöfe über NS-Verbrechen informiert waren. Im November 1940 hielten die Bischöfe in ihrer jährlichen Konferenz fest, dass ihnen das Ausmaß der NS-"Euthanasie" in Österreich bekannt war: "Fünf Anstalten wurden für die Durchführung der Euthanasie bestimmt, u. a. Hartheim, Grafenegg und Waldheim. Es sollen schon über 3000 Personen auf diese Art aus dem Leben gebracht worden sein."

Der Wiener Theologe Stefan Moritz zitiert das Dokument in seinem neuen Buch "Grüß Gott und Heil Hitler - Katholische Kirche und Nationalsozialismus in Österreich", das diese Woche im Picus-Verlag erscheint. Als die Bischöfe zwei Jahre später, im November 1942 wieder zu ihrer jährlichen Konferenz zusammentrafen, rollten bereits die Deportationszüge in die Vernichtungslager im Osten. Dazu findet sich im Protokoll des Episkopats lediglich der lapidare Satz: "33 Transporte à 1000 nach Polen abgegangen."

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