Leitl: Die Wirtschaft braucht eine engagierte Jugend für eine erfolgreiche Zukunft!

WK-Forderung nach steuerlicher Gleichstellung nicht entnommener Gewinne Messlatte für kommende Regierung

Krems (OTS) - "Die Jugend von heute hat genaue Vorstellungen darüber, wie die Zukunft gestaltet werden soll. Ich möchte dass die Jungen die Gelegenheit haben, ihre Vorstellungen einzubringen. Wir brauchen eine engagierte Jugend um in Zukunft erfolgreich zu sein", betonte heute, Samstag, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl anläßlich der 10. Bundestagung der Jungen Wirtschaft. Gerade angesichts der Nationalratswahlen sollten die Jungen an politisches Engagement denken. "Aber auch 2005 bei der nächsten WK-Wahl brauchen wir Junge und Frauen. Wir brauchen keine Quoten sondern eine innere Einstellung, beiden einen vermehrten Stellenwert zu geben", unterstrich der WKÖ-Präsident. Viele Rahmenbedingungen der österreichischen Wirtschaft seien in der Jungen Wirtschaft geboren worden. Deshalb sei es nun wichtig, dass die Jungen ihre Ideen in eine starke Interessenvertretung der Wirtschaft einbringen, weil hier über die künftigen Rahmenbedingungen entschieden werde.

In bezug auf die heimischen Jungunternehmer und Gründer sei eine stetes Wachstum zu verzeichnen. In diesem Jahr werde die Zahl der Unternehmensgründer um 10 Prozent auf 30.000 Unternehmensgründungen wachsen. "Absteiger" werde es viel mehr immer geben. Wichtig sei es aber, dass es Aufsteiger gebe. "Der Nachwuchs muss stimmen", so Leitl. Aus diesem Grund könne er die Forderungen der Jungen Wirtschaft im Bereich der Finanzierung nur voll unterstützen. Als Beispiel führte Leitl den von der Jungen Wirtschaft entwickelten und forcierten Double-Equity-Fonds an. Mit diesem Jungunternehmer-Fonds könnten Gründer in Zukunft auf ein richtungsweisendes Finanzierungsinstrument zählen.

Als weitere Zukunftsaufgaben nannte der WK-Präsident u.a. Basel II, das zu einer Keule gerade für Jungunternehmer hätte werden können und nun aufgrund seiner Initiative als Präsident der europäischen Wirtschaftskammer auch auf europäischer Ebene platziert und erfolgreich gelöst werden konnte. In bezug auf weitere Initiative bei der Unternehmensfinanzierung merkte Leitl an, dass die Wiener Börse unter dem Finanzmarktbeauftragten der Bundesregierung und dem WK-Vizepräsidenten Richard Schenz die Chance habe, sich zu einem wichtigen Instrument bei der Mittelstandsfinanzierung zu entwickeln. Kritik äußerte Leitl an der Kapitalbesteuerung. Hier müsse rasch gehandelt werden um die Ungleichbehandlung von Kapital als Sparbucheinlage (25 Prozent) und als betriebliche Investition (50 Prozent) zu beseitigen. "Das ist die wichtigste Forderung der Wirtschaftskammer für die Nationalratswahl und die nachfolgende Regierung. Wir werden alle Parteien an dieser zentralen Messlatte beurteilen. Die Gleichstellung der Besteuerung von nichtentnommenen Gewinnen mit 25 Prozent muss kommen", unterstrich der WK-Präsident.

Bisher habe man jedenfalls schon einiges erreicht. Zum gestern, Freitag, im Parlament beschlossenen Konjunkturpaket merkte Leitl an, dass viele wichtige Punkte der Wirtschaft, wie die Vergütung der Berufsschulzeiten mit 1000 Euro pro Lehrling und Jahr und die Zukunftsvorsorge für Unternehmer darin Berücksichtigung gefunden hätten. Zudem sei dieses Paket ein sensationeller Erfolg für die Arbeit der Sozialpartner und die Regierung. Zuvor habe man überdies bereits durchgesetzt, dass die die Sozialversicherung durch die Halbierung der Beitragsgrundlage und eines monatlichen Fixbetrages nun für Jungunternehmer ab 1.1.2003 klar kalkulierbar werde.

Zum hochaktuellen Thema der Betriebsnachfolge unterstrich Leitl, dass dieses Thema aktiv kommuniziert werden müsse um in der Bewußtseinsbildung erfolgreich zu sein. Übergeber sollten sich rechtzeitig bereits ab dem 50. Lebensjahr über eine Nachfolge Gedanken machen und Übernehmer gerade in Familienbetriebe das Risiko nicht scheuen. Derzeit würden nämlich nur 10 Prozent der Betriebe auch von der 3. Generation noch übernommen.

In Hinblick auf die EU-Erweiterung merkte der WKÖ-Präsident an, dass der Aufbau vertrauensbildender Maßnahmen forciert werden müsse. Die Wirtschaft sei der Politik immer vorausgewesen. Das zeige auch die Entwicklung der europäischen Einigung. Leitl richtete einen Appell an die heimischen Betriebe, mehr in den Export zu gehen. In den letzten Monaten sei der Export in die Erweiterungsländer um 10 Prozent gestiegen. Trotzdem bestehe Handlungsbedarf, da nur jedes zwanzigste österreichische Unternehmen im Export tätig sei. "Wir müssen uns davon lösen, dass Export etwas mit Betriebsgröße zu tun hat. Unsere Betriebe sind vielmehr aufgerufen das dichte Netz der Wirtschaftskammer im Ausland für ihre Geschäfte zu nützen", schloss Leitl. (us)

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