ÖGB-Leutner: "Ambulanzgebühr bewirkt Fehlsteuerung"

PatientInnen werden von wichtigen medizinischen Leistungen abgeschnitten

Wien (ÖGB). "Vor allem jene, die medizinische Leistungen dringend brauchen, werden durch die Ambulanzgebühr vom Spitalsbesuch abgehalten", stellt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, zu den Aussagen des Bundeskanzlers in der Wochenend-Ausgabe der Zeitung "Der Standard" klar. Es gebe bisher noch keine Informationen zu einer Frequenzsteigerung in den freien Praxen, daher sei davon auszugehen, dass vor allem ältere Menschen durch die Gebühr von der Versorgung mit notwendigen medizinischen Leistungen abgeschnitten würden, so Leutner.++++

Die Ambulanzgebühr rufe beständig neue Härtefälle hervor, kurzfristige Nachbesserungen, wie der "Ho-ruck-Versuch" der Bundesregierung am Donnerstag, seien daher von vornherein zum Scheitern verurteilt, so der Leitende Sekretär. "Hier gibt es nur einen Weg - die Ambulanzgebühr muss zurückgenommen werden", fordert Leutner. Es sei ein sozialpolitischer und gesundheitspolitischer Skandal, dass sie trotz zahlreicher Fehlschläge weiter eingehoben wird. "Wider besseren Wissens benachteiligt die Bundesregierung Kranke und sozial Schwächere. Damit setzt sie eine verfehlte Gesundheitspolitik fort, die mit der Besteuerung der Unfallrenten und der Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen Invalidität vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter getroffen hat", schloss Leutner.(tb)

ÖGB, 21. September 2002 Nr. 720

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