ZHU RONGJI ZU BESUCH BEI PRÄSIDENT FISCHER China betont besonders gute Beziehungen zu Österreich

Wien (PK) - In einer außerordentlich freundschaftlichen
Atmosphäre fand heute das Gespräch des chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji im Parlament mit Nationalratspräsident Heinz Fischer statt, an dem auch der Präsident des Bundesrats Ludwig Bieringer teilnahm. Zhu Rongji steht an der Spitze einer hochrangigen Delegation, der unter
anderem auch der Minister für auswärtige Angelegenheiten, der Minister für Technik und Wirtschaft, der Minister der Staatlichen Kommission für Verteidigungswissenschaft, -technik und -industrie und der Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit angehören.

Beide Seiten betonten die besonders guten Beziehungen zwischen
China und Österreich und ihr Interesse an deren
Weiterentwicklung. Als Symbol der Freundschaft wertete der Gast
auch die Tatsache, dass Österreich das erste Land sei, dem man
ein Pandabären-Pärchen leihweise überlasse, zumal diese Tierart vom Aussterben bedroht sei und die Fortpflanzung im Zoo noch
große Schwierigkeiten bereite. Präsident Fischer würdigte die gute Entwicklung Chinas seit den siebziger Jahren und zollte Zhu Rongji dafür Respekt.

Das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten sei, wie Zhu
Rongji ausführte, im letzten Jahr um 30 % gestiegen und man könne davon ausgehen, dass Österreich zu einem der wichtigsten Handelspartner werde. Vor allem habe Österreich viel auf dem
Gebiet der Umwelttechnologie anzubieten, weshalb man vor allem
auch auf diesem Sektor eine enge Zusammenarbeit anstrebe. Zhu
Rongji sprach auch die Attraktivität Österreichs als
Tourismusland für chinesische Bürgerinnen und Bürger an, Bundesratspräsident Bieringer wiederum schlug vor, das
Lehrangebot der österreichischen Tourismusschulen zu nützen.

Der chinesische Ministerpräsident begrüßte die Erweiterung der Europäischen Union und unterstrich, dass die Beziehungen zur EU eine äußerst gute Entwicklung nehme. Präsident Fischer versicherte ihm, dass Österreich im Europäischen Parlament und in der Kommission auf der Seite jener stünde und auch in Zukunft stehen würde, die für eine gute Zusammenarbeit einträten.

In internationalen Angelegenheiten haben China und Österreich,
wie die Gesprächspartner feststellten, ähnliche Ansichten. Zhu Rongji wiederholte in diesem Zusammenhang noch einmal seine
Ansicht zur Irak-Frage und sagte, er trete dafür ein, dass die Waffeninspektoren ohne Vorbedingungen ins Land gelassen werden. Andererseits sei aber die Souveränität und Integrität des Irak zu respektieren und jede Aktion bedürfe einer Resolution der UNO-Sicherheitsrates. Auch die Themen Tibet und Taiwan wurden
erörtert. (Schluss)

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