Europaweiter autofreier Tag, Sonntag 22. September 2002

Wien (OTS) - Insgesamt 1.600 Städte und Gemeinden aus 35 Staaten beteiligen sich am europaweiten autofreien Tag (davon 1.340 Städte und Gemeinden nach den Kriterien der Europäischen Charta, 260 Städte und Gemeinden als Unterstützer dieser Initiative). Österreich liegt wie in den beiden vergangenen Jahren wieder im Spitzenfeld. Die meisten Teilnehmer sind in Spanien (202) zu verzeichnen, dann folgen Österreich (152), Rumänien (111), Frankreich (96), die Türkei (79), Portugal (72), die Schweiz (69) und Italien (65). Besonders bemerkenswert und erfreulich ist die Teilnahme und das Engagement vieler osteuropäischer Staaten. Hervorzuheben ist insbesondere Rumänien, das hinter Moldawien als zweitärmstes Land Europas gilt, aber mit 111 Städten und Gemeinden die dritthöchste Teilnehmeranzahl (!) vorzuweisen hat. Auch Bulgarien mit 54 teilnehmenden Kommunen, Bosnien-Herzegowina mit 10, Albanien mit 6 und der kleine Staat Malta mit 14 teilnehmenden Kommunen müssen hervorgehoben werden.

In Österreich nehmen fast alle Landeshauptstädte, viele kleine Städte und eine besonders große Anzahl an kleinen Gemeinden am autofreien Tag teil. Viele der teilnehmenden Städte und Gemeinden sind Mitglied im Klimabündnis. Klimabündnisgemeinden haben sich das Ziel gesetzt, ihre klimaschädigenden Treibhausgase zu halbieren. Im Bereich Verkehr gehen diese nach wie vor rasant in die Höhe. Der autofreie Tag ist eine gute Möglichkeit, zunächst an diesem einen Tag Alternativen für eine nachhaltige Verkehrsabwicklung zu testen und der Bevölkerung schmackhaft zu machen.

Gemäß dem Wochentag Sonntag lautet heuer das Motto "Sanft mobil Freizeit genießen" Die teilnehmenden Städte und Gemeinden zeigen, dass autofreie Feizeitgestaltung vielfältige Möglichkeiten bietet. Programme für autofreie Familiennachmittage werden auf die Beine gestellt, Radsternfahrten, Radwegebefahrungen, Radwanderungen, Wanderungen mit dem Angebot einer autofreien Anreise (per Bahn oder Bus), Museumsbesuche per Fahrrad und Stadtführungen durchgeführt. Heuer neu ist das Thema zu Fuß oder mit den Fahrrad in die Kirche. Zahlreiche kleine Gemeinden rufen dazu auf. Sie organisieren Geh- und Fahrgemeinschaften, Pfarrfeste und Fahrradsegnungen. Aktionen zur Bewerbung des Fahrrads werden noch stärker angeboten als in den bisherigen Jahren: Radverleih, Fahrradcodierungen, Fahrradbörsen, Fahrradtaxis. Wie auch in den Vorjahren werden Fahrten mit alternativen Fahrzeugen (Pferdekutschenfahrten, Fahrradtaxis) angeboten. Quizfragen zum Thema Verkehr können beantwortet werden, Fahrradrätselfahrten finden statt. Infostände zu Verkehr, Klimawandel, sanfter Mobilität werden auf den autofreien Straßen die Bevölkerung informieren, ebenso Mobilitätsberatungen und Präsentationen von Verkehrskonzepten und Verkehrszählungen. Weiters finden statt: Tempomessungen, Tempo 30-Zonen, Befahrung von Radwegen gemeinsam mit Politikern, Eröffnung von Radwegen, Vorstellung von neuen und verbesserten Busfahrplänen, Besichtigung neuer Niederflurbusse. Zusätzlich werden Äpfel (für jene die autofrei mobil sind) bzw. Zitronen (für jene die mit dem Auto fahren) verteilt, es gibt Belohnungen, Preisausschreiben und Ermäßigungen für Autofreie, Auszeichnungen der ältesten und jüngsten Teilnehmer die an der jeweiligen Radfahrt teilnehmen oder der größten Menschengruppe die mit dem Rad ins Zentrum kommt. Der Verkauf von Produkten der Region und von TransFair-Produkten betonen die Nachhaltigkeit und den Umweltgedanken.

Einige Beispiele aus den Städten und Gemeinden

Die Gaisbergstraße, die das beliebte Naherholungsgebiet der Stadt Salzburg, den Gaisberg, erschließt, wird für Wanderer und Radfahrer freigegeben. Eine Podiumsdiskussion zu sanfter Mobilität soll stattfinden. Die Busverbindungen werden verdichtet und können gratis benutzt werden. Zusätzlich werden am Tag davor, am Samstag dem 21. September, wie auch im Vorjahr in der Stadt mehrere autofreie Einkaufsstraßen in Kooperation mit der Wirtschaft ausgewiesen. In Graz findet am autofreien Opernring eine große Frühstückstafel statt, auch ein Kinderpicknick und Mobilitätsberatung speziell für Jungfamilien werden angeboten. In Kufstein findet im Rahmen des Öko-Festivals die Themenwanderung "Nutzbare Landschaft" statt. Schwaz/T wird ein umfangreiches Programm mit Museumsbesuchen und Stadtführungen abhalten. Virgen/T bietet eine Führung durch den Nationalpark mit Kneiptipps und Taxizubringerdiensten an. In Niederneukirchen/OÖ wird das Fahrrad in den Mittelpunkt gestellt und im Rahmen eines Pfarrfestes eine Fahrradsegnung vorgenommen. Schwanenstadt/OÖ bindet die Ortsbildmesse in den autofreien Tag ein. Die traditionelle Großveranstaltung, der Weinherbst, wird in Tattendorf/NÖ im Sinne des autofreien Tags abgehalten: die Besucher gelangen mittels Traktoren, Pferdekutschen, Solarfahrzeugen, sonstigen alternativen Fahrzeugen und mit Fahrrädern zum Ausgangspunkt einer Ökoerlebniswanderung unter dem Motto "Entdecke die vielen kleinen Wunder am Wegesrand".

Regionen machen mit

War es bisher vorwiegend eine Region, die Region Vorderland/V, so haben heuer erstmals in mehreren Regionen benachbarte Gemeinden gemeinsam den autofreien Tag vorbereitet. Ökonomisches und genußvolles Laufen als Beispiel für nachhaltigen Umgang mit Energie ist das Ziel des Vorderländer Fitnesslaufs. 5 Gemeinden im Walgau/V organisieren eine Schatzsuche für 2.000 Kinder per Rad, Scooter und Inlineskater. Durch Angebote von Shuttlediensten und verstärktem ÖV der Gemeinden Scharnstein und Grünau kann das Almtal/OÖ autofrei erlebt werden. 8 Gemeinden laden zur Vöcklataler Radsternfahrt/OÖ ein. Unter dem Motto "Eine Region er-fahren" nehmen 6 Gemeinden im Pielachtal/NÖ gemeinsam an einer Anreise mit Bahn und Fahrrädern in den Ort Frankenfels teil, wo ein Festakt stattfindet. Die Rückfahrt erfolgt mit den Fahrrädern. Die Ehrengäste werden mittels Pferdekutsche vom Bahnhof abgeholt. 4 benachbarte Gemeinden veranstalten ein Radrundfahrt um den Bisamberg/NÖ, 3 Gemeinden im Erlauftal/NÖ bewerben den vorhandenen Radweg mit anschließendem ermäßigtem Museumsbesuch.

Auch heuer gibt es eine Kooperation mit den ÖBB: Die ÖBB bietet allen Neukunden, die im Zeitraum vom 22. September bis 31. Oktober 2002 eine VORTEILScard kaufen zusätzliche Bonusleistungen an. Dreifache Bonuspunkte und eine gratis Tagesnetzkarte, beides im Zeitraum 1. bis 30. November 2002.

Weiters werden die Städte und Gemeinden durch einen "Best-Project-Wettbewerb" zusätzlich angespornt und für ihre Bemühungen belohnt. Alle am autofreien Tag teilnehmende Städte und Gemeinden sind eingeladen, ihre Beiträge einzusenden.

Die Klimabündnis-Hotline zum autofreien Tag (02742 / 26967) ist zusätzlich vom Freitag, 20. September bis Sonntag, 22. September von 8 bis 20 Uhr besetzt und steht für alle Fragen zum autofreien Tag zur Verfügung.

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Gabriele Reinhart
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