• 20.09.2002, 12:37:07
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Drogenkoordinatoren der Bundesländer tagten in St.Pölten

In NÖ 3 Millionen Euro für Prävention, Beratung und Therapie

St.Pölten (NLK) - "Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die
Situation im Suchtbereich in Niederösterreich relativ stabil ist,
sich jedoch die Konsummuster ändern. Der Konsum von harten Drogen wie
etwa Heroin geht zurück. Die sogenannten weichen Drogen wie Cannabis
oder Ecstasy werden jedoch vermehrt konsumiert. Der Konsum von
relativ neuen Substanzen wie etwa das Schnüffeln von Butangas, stellt
die Fachleute der Suchtarbeit vor neue Herausforderungen, auf die in
adäquater Weise zu reagieren ist", sagte
Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi gestern bei der
Tagung der Drogenkoordinatoren der Bundesländer in St.Pölten.

Es wäre wichtig, eine quantitative Beurteilung der Größenordnung
des Konsums von Suchtmitteln aller Art, aber insbesondere von
illegalen Drogen, vorzunehmen, so Landeshauptmannstellvertreterin
Liese Prokop. Diese Beurteilung sei aber auf Grund der hohen
Dunkelziffer, die unter anderem durch die mit der Sucht einhergehende
Stigmatisierung der Betroffenen bedingt sei, sehr schwierig. Die
vorliegenden Daten würden aber zeigen, dass illegale Drogen in Bezug
auf die öffentliche Gesundheit, verglichen mit legalen Substanzen wie
Alkohol und Tabak, quantitativ vergleichsweise geringe Probleme
verursachen. Konsumerfahrungen mit illegalen Substanzen gebe es
österreichweit in erster Linie mit Cannabis.

Im Suchtbereich werden vom Land Niederösterreich im Jahr 2002 für
Prävention, Beratung und Therapie rund 3 Millionen Euro zur Verfügung
gestellt. Im Suchtberatungsbereich ist der Ausbau regionaler
Einrichtungen geplant, beginnend mit zwei Pilotprojekten in zwei
niederösterreichischen Bezirken von September 2002 bis Dezember 2004.
Hier werden zusätzlich rund 184.000 Euro investiert. Anschließend
soll die Beratung in Niederösterreich in den Jahren 2005 bis 2010
flächendeckend in allen Bezirken ausgebaut werden.

Der NÖ Suchtplan, er am 4. Juli 2002 einstimmig von der NÖ
Landesregierung beschlossen wurde, versteht sich als Grundsatzpapier
für die Suchtarbeit in Niederösterreich. Die Suchtarbeit in
Niederösterreich ruht auf drei Säulen: Prävention, Beratung und
Therapie.

Schätzungen gehen davon aus, dass es in Niederösterreich rund
60.000 Alkoholabhängige und etwa 26.000 Medikamentenabhängige gibt.
Österreichweit gibt es etwa 15.000 bis 20.000 problematische
Opiatkonsumenten. Die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle ist Anfang
der 90er Jahre in Österreich wie auch in Niederösterreich gestiegen.
In der Folge sank die Zahl bis auf elf Fälle im Jahr 1998. Seither
gibt es einen leichten Anstieg. 1999 gab es 12 Drogentote und im Jahr
2000 15 Drogentote. Die Anzahl der Drogentoten für das Jahr 2001 ist
österreichweit gesunken - in Niederösterreich, wie auch in einigen
anderen Bundesländern, jedoch leicht angestiegen.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12312

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK

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