Österreichische Milchwirtschaft steht Midterm-Review kritisch gegenüber

Hans Steiner zum neuen VÖM-Präsidenten gewählt

Wien (AIZ) - Hans Steiner, 41, wurde am Donnerstag anlässlich der Generalversammlung der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) zum neuen Präsidenten gewählt. Steiner ist seit 1994 Geschäftsführer der Alpenmilch Salzburg und gleichzeitig Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Lebensmittelinnung in der Wirtschaftskammer Österreich. Als Schwerpunkte seiner Tätigkeit will Steiner die VÖM als Sprachrohr der heimischen Milchwirtschaft weiter ausbauen.

In ihrer Generalversammlung hat die VÖM auch die Position zum Midterm-Review diskutiert. Für die österreichische Milchwirtschaft wird die Position der EU-Kommission mit großer Sorge betrachtet. Die Entkoppelung und Kürzung der Prämien zusammen mit der bereits in der Agenda 2000 beschlossenen Interventionspreissenkung um 15% im Zeitraum 2005 bis 2008 werde die Situation der heimischen Milchwirtschaft und die Voraussetzungen für den Produktionsstandort Österreich beeinträchtigen, stellt die VÖM fest. Die Milchproduktion sei anteilsmäßig nach wie vor das bedeutendste Standbein der heimischen Landwirtschaft, wird betont.

Die VÖM ist weiters der Meinung, dass die Auswirkungen der Preissenkungen in der Einschätzung der EU-Kommission zu optimistisch beurteilt werden. Schließlich werden laut VÖM weitere Liberalisierungsschritte bei den Milchquoten hohe Ausgleichszahlungen erfordern, deren Finanzierung aus der Sicht der Milchwirtschaft sehr ungewiss ist. Die VÖM fordert daher eine baldige Entscheidung für eine möglichst langfristige Absicherung des Quotensystems und eine Beibehaltung des Außenschutzes im Rahmen der WTO.

"Die heimischen Milchverarbeiter haben in den letzten Jahren ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Dies zeigt sich in den Exporterfolgen und in der hohen Produktqualität, aber auch in den europäischen Erzeugermilchpreis-Vergleichen, bei denen die österreichische Molkereiwirtschaft trotz struktureller Nachteile über dem EU-Schnitt liegt. Dennoch sind für unsere Milchverarbeiter die agrarhandelspolitischen Voraussetzungen wichtig, um eine weitere positive Entwicklung der Branche zu gewährleisten", stellt die VÖM fest.
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